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Peter von Winter (geb. Mannheim, 28. August 1754, gest. München, 17. Oktober 1825) war Sohn eines Brigadiers am Kurfürstlichen Hof in Mannheim. Bereits als Zehnjähriger spielte er in der Mannheimer Hofkapelle als Geiger und Contrabassist mit, ab 1776 war er als Violinist fest verpflichtet. Neben dem damals legendären Mannheimer Stil konnte er hier die zeitgenössische italienische und französische Oper studieren. Instrumentalunterrricht erhielt er bei einigen Hof-musikern, Kompositionsunterricht erst spät bei Georg Joseph Vogler, von dem er sich allerdings in späteren Jahren distanzierte.
Zunächst scheint Winter vorwiegend Instrumental-werke komponiert zu haben. Dies änderte sich 1778, als er mit der Kurfürstlichen Hofmusik nach München zog und dort zum Orchesterdirigenten befördert wurde. Er widmete sich nunmehr vornehmlich der Bühne und nutzte 1780/81 eine Konzertreise, um bei Antonio Salieri zu studieren. Dessen italienische Belcanto-Manier wußte er in aller Perfektion in seine Kompositionen zu übernehmen. Trotzdem gelang ihm der Durchbruch als Komponist erst 1796 in Wien mit dem "Unterbrochenen Opferfest". Von da an genoss er großes Ansehen, auch wenn seine Opern für München mit unterschiedlichem Erfolg aufgenommen wurden. Seit 1787 Vizekapellmeister, ab 1798 Hofkapellmeister in München, war Winter ein wohlbekannter Musiker und Komponist zahlreicher Opern für unterschiedliche Musikzentren Europas (u.a. Berlin, London, Paris, Amsterdam und Moskau). In seinen späten Jahren widmete Winter sich hauptsächlich der Kirchenmusik und arbeitete als Gesangslehrer. Aus dieser Zeit stammt auch sein Lehrwerk "Vollständige Singschule in vier Abteilungen ...".
Wie geachtet und bekannt der Komponist seinerzeit war, fasst Christian Friedrich Daniel Schubart in seinen "Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst" (1806) zusammen: "Winter, einer der besten Zöglinge aus der Voglerschen Schule. Er spielt die Violine vortrefflich und schreibt und setzt sehr gut. Seine Symphonien sind zum Theil kühn gearbeitet; besonders weiss er die Molltöne, die so leicht einschläfern, mit vieler Kunst und Weisheit zu behandeln."
Allerdings äußerten sich Wolfgang Amadeus Mozart (mit dem er 1887 und 1780/81 zusammentraf), Carl Maria von Weber, Louis Spohr und Giacomo Meyerbeer nicht immer positiv über ihren Kollegen, was wohl auf seinen als "schwierig" bezeichneten Charakter zurückzuführen ist.
In Winters Werken besticht die Vermischung italienischer, deutscher (Mannheimer) und französischer Stilmittel. Die späteren Werke erinnern an den jungen Haydn. Vorliegende Rondi stammen wie die meisten seiner Instrumentalwerke aus seinen frühen Jahren und sind auf ca. 1780 datiert. Sie zeichnen sich durch ihre cantable Melodik und klare Struktur aus.
Der Titel lautet jeweils "Rondeau per il Cembalo è Forte Piano". Damit sind neben Cembalo und Hammerflügel auch die damals stark verbreiteten Tafelklaviere gemeint. Diese wurden mit Prell- oder Stoßmechanik in Tafelform oder in Form einer liegenden Harfe gebaut und waren zum Teil ungedämpft, besaßen einen Kniehebel zur Betätigung der Gesamtdämpfung oder Einzeldämpfungen. In diesem Fall wurde als "forte" das Ausschalten der gesamten Einzeldämpfung bezeichnet (vgl. Rondeau in G). Alle Instrumententypen konnten außerdem mit verschiedenen Registern oder Moderatoren mit Tuch- oder Lederbekielungen, Harfenzügen, Kornett etc. ausgestattet sein, die mittels Handzügen oder Kniehebel geschaltet wurden. Auf all diesen Instrumententypen wie auch auf dem modernen Klavier lassen sich die Rondeaus effektvoll gestalten.
© Claudia Schweitzer/edition dohr 2000
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- Deux Rondeaux (ca. 1780) für Cembalo (Klavier) Erstausgabe, hrsg. von Claudia Schweitzer
ISMN M-2020-0757-0
EURO 7,80
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