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Harfenistin, Herausgeberin

Titel in der Edition Dohr

Prof. Helga Storck

Die Harfenistin Helga Storck hat an der Universität Mozarteum Salzburg eine Professur für Harfe (Abteilung Streich- und Zupfinstrumente) inne. In der Edition Dohr hat sie das Gesamtwerk für Harfe von Louis Spohr in kritisch revidierten Neuausgaben (in den Originaltonarten) herausgegeben.

Louis Spohr: Gesamtausgabe der Werke für Harfe

herausgegeben von Helga Storck

Die Quellenlage bei Louis Spohr ist nach dem von Folker Göthel im Spohr-Werkverzeichnis zusammengestellten Wissensstand (Thematisch-bibliographisches Werkverzeichnis, Tutzing 1981) unbefriedigend: Für alle wichtigen Werke mit Harfe, so zum Beispiel für die Solowerke opp. 35 und 36, für die drei großen, bei Schuberth erstveröffentlichten Sonaten opp. 113, 114 und 115, für die ebenfalls dort erschienene Fantasie op. 118, fehlen - von einer autographen Violinstimme zu op. 115 abgesehen - die Autographe.

Die vorliegende erste Gesamtausgabe der Werke mit Harfe von Louis Spohr umfaßt zunächst folgende Werke (Auflistung nach Entstehungsjahr):

  • Sonate c-moll für Harfe und Violine WoO 23 (1805)
    ISMN M-2020-0636-8 EURO 16,80
  • Sonate B-dur für Harfe und Violine opus 16 (1806)
    ISMN M-2020-0635-1 EURO 16,80
  • Sonate D-dur für Harfe und Violine opus 113 (1806)
    ISMN M-2020-0632-0 EURO 20,80
  • Fantasie c-moll für Harfe solo opus 35 (1807)
    ISMN M-2020-0637-5 EURO 9,80
  • Variationen F-dur für Harfe solo opus 36 (1807)
    ISMN M-2020-0638-2 EURO 9,80
  • Sonate G-dur für Harfe und Violine opus 115 (1809)
    ISMN M-2020-0634-4 EURO 20,80
  • Sonate D-dur für Harfe und Violine opus 114 (1811)
    ISMN M-2020-0633-7 EURO 20,80
  • Fantasie h-moll für Harfe und Violine über Themen von Händel und Abbé Vogler opus 118 (1814)
    ISMN M-2020-0645-0 EURO 16,80

Louis Spohr hatte als junger Mann schon Harfenunterricht. Umso mehr faszinierte ihn das virtuose Spiel der Harfenistin Dorette Scheidler, die er am 2. Februar 1806 heiratete. In seiner Selbstbiographie (1. Band, 1. Auflage 1860, S. 102f.) schreibt er: "Unter Musik verlebte das glückliche Paar auch die Flitterwochen. Ich begann alsbald ein eifriges Studium der Harfe, um zu ergründen, was dem Charakter des Instrumentes am angemessensten sei. Da ich in meinen Compositionen reich zu modulieren gewohnt war, so mußte ich besonders die Pedale der Harfe genau kennen lernen, um nichts für sie Unausführbares niederzuschreiben. Bei der großen Sicherheit, mit der meine Frau schon damals die ganze Technik des Instrumentes beherrschte, konnte dies freilich so leicht nicht geschehen. Ich überließ mich daher auch ganz dem freien Fluge meiner Phantasie, und es gelang mir bald, dem Instrumente ganz neue Effekte abzugewinnen. Da die Harfe am vortheilhaftesten im Vereine mit dem singenden Tone meiner Geige erklang, so schrieb ich vorzugsweise concertierende Compositionen für beide Instrumente allein. Später machte ich zwar auch Versuche mit zwei Concertanten mit Orchesterbegleitung und einem Trio für Harfe, Violine und Violoncell; da ich aber fand, daß jede Begleitung unser einiges und inniges Zusammenwirken nur störe, so kam ich bald wieder davon zurück.

Ein anderer Versuch eine größere Wirkung hervorzubringen, hatte aber einen günstigeren Erfolg. Ich kam auf die Idee, die Harfe einen halben Ton tiefer als die Violine zu stimmen. Dadurch gewann ich zweierlei. Da nämlich die Geige am brillantesten in den Kreuztönen klingt, die Harfe aber am besten in den B-Tönen, wenn möglichst wenig Pedale angetreten werden, so erhielt ich dadurch für beide Instrumente die günstigsten und effektvollsten Tonarten: für Geige nämlich D und G, für Harfe Es und As. Ein zweiter Gewinn war der, daß bei der tieferen Stimmung der Harfe nun nicht so leicht während des Spieles eine Saite riß, was bei öffentlichen Vorträgen in heißen Sälen dem Harfenisten so leicht geschieht und dem Zuhörer den Genuß verleidet. Ich schrieb daher von nun an alle meine Compositionen für Harfe und Violine in einer solchen verschiedenen Stimmlage."

Die Entscheidung, die Harfe einen halben Ton tiefer zu stimmen und damit die Harfen-Stimme einen Halbton höher zu notieren, fiel genau in die Zeit zwischen der Sonate B-dur op. 16 und derjenigen in D-dur op. 113, die nach Göthel beide in das Jahr 1806 datieren. In den Erst-Ausgaben der Sonaten opp. 113, 114, 115 und der Fantasie op. 118 behielt Spohr die Notation bei: Die Harfenstimme erschien auch im Druck einen Halbton höher notiert als die Violinstimme. Aus kommerziellen Gründen legte Erstverleger Julius Schuberth jedoch "gratis" eine transponierte Violinstimme bei - Stich und Druck einer Violinstimme waren kostengünstiger als diejenigen einer Harfenstimme. Durch die Erfindung und rasche Verbreitung der Doppelpedalharfe kam schon bald das Tieferstimmen der Harfen aus der Mode. So bürgerten sich zunächst die Tonarten der Harfenstimmen als klingend statt transponiert notiert und bei späteren Ausgaben die Tonart der Harfenstimme automatisch als die "richtige" ein.

Auf der Violin-Stimme des Erstdruckes steht als Anmerkung: "Diese Original Violinstimme ist vom Componisten für die gemeiniglich einen halben Ton tiefer stehenden Harfen bestimmt, daher die Harfe im Kammerton, entweder einen halben Ton tiefer oder die Violine um so viel höher zu stimmen ist. Bei Pianoforte Ausführungen namentlich aber, hat der Violinist einen halben Ton höher zu stimmen, oder sich der von der Verlagshandlung gratis beigefügten Stimmen zu bedienen."

Heute sind reine Spohr-Abende, die für das Ehepaar Spohr eine Ausschließlichkeit waren, im Konzertleben kaum mehr zu realisieren, und das Umstimmen einer Harfe um einen Halbton innerhalb eines Konzertes um einer „historisierenden Aufführungspraxis" der Spohr-Werke willen nicht praktikabel. Die modernen hervorragenden Konzertharfen haben zudem nicht mehr die mechanischen Schwächen der Einfachpedalharfen, so daß Intonations- und Klangunterschiede zwischen B- und Kreuztonarten unmerklich geworden sind. Daher lag es nahe, die betroffenen vier Werke in den Original-Tonarten zu edieren.

Um seine Ausgaben einem größeren Kreise zugänglich zu machen, legte Erstverleger Schuberth den drei bei ihm erschienenen Sonaten auch jeweils eine Violoncello-Stimme bei. Diese stellt eine vom Erstverleger selbst erstellte Bearbeitung der originalen Violin-Stimme dar. Im Rahmen der vorliegenden Gesamtausgabe erscheinen diese Cello-Fassungen unter folgenden Bestellnummern:

  • Sonate D-dur opus 113 (1806). Fassung für Harfe und Violoncello (Schuberth/Storck)
    • Partitur und Violoncello-Stimme
      ISMN M-2020-0686-3 EURO 20,80
    • Violoncello-Stimme zu opus 113:
      ISMN M-2020-0646-7 EURO 6,80
  • Sonate D-dur opus 114 (1811). Fassung für Harfe und Violoncello (Schuberth/Storck)
    • Partitur und Violoncello-Stimme
      ISMN M-2020-0687-0 EURO 20,80
    • Violoncello-Stimme zu opus 114:
      ISMN M-2020-0647-4 EURO 6,80
  • Sonate G-dur opus 115 (1809). Fassung für Harfe und Violoncello (Schuberth/Storck)
    • Partitur und Violoncello-Stimme
      ISMN M-2020-0688-7 EURO 20,80
    • Violoncello-Stimme zu opus 115:
      ISMN M-2020-0648-1 EURO 6,80

Da die Sonate D-Dur op. 114 gerade wegen ihres zweiten Satzes ("Potpourri über Themen aus der Zauberflöte") auch bei Flötisten einige Beliebheit erlangt hat, erscheint diese Sonate auch in der Fassung für Harfe und Flöte, wobei bei der Bearbeitung der Flötenstimme analoge Transpositionsregeln wie bei den Schuberthschen Bearbeitungen der Cello-Stimmen angewandt wurden.

  • Sonate D-dur op. 113, Einrichtung für Harfe und Flöte (Linckelmann). ISMN M-2020-0689-4 EURO 20,80
  • Sonate D-dur opus 114 (1811), Fassung für Harfe und Flöte; ISMN M-2020-0649-8 EURO 20,80
  • Sonate G-dur , Fassung für Harfe und Flöte opus 115 (1809); ISMN M-2020-0690-0 EURO 20,80
  • Fantasie h-moll über Themen von Händel und Abbé Vogler opus 118 (1814) Einrichtung für Harfe und Flöte
    ISMN M-2020-0691-7
    EURO 16,80

Die vorliegenden Neuausgaben folgen den Erstdrucken. Auf Fingersätze und Pedalisierungen wurde aufgrund der unterschiedlichen Traditionen und Techniken grundsätzlich verzichtet. Eine Empfehlung der Herausgeberin Helga Storck sei jedoch erlaubt: Passagen mit komplizierten Pedal-Stellungen werden durch enharmonische Verwechslung erheblich vereinfacht.

© 1999/2001 by Christoph Dohr

Louis Spohr: Complete edition of his harp works

edited by Helga Storck

According to the knowledge acquired in Folker Göthel's list of the works composed by Louis Spohr (Thematic and Biographical List of Works, Tutzing 1981) the sources are highly unsatisfying: There are no autographs for any of the important works for harp, as for example the solo works opp. 35 and 36, the three major sonatas opp. 113, 114 and 115, first published by Schuberth and for the Fantasia op. 118 equally published there - except perhaps for the autographed violin part of op. 115.

This first complete edition of Louis Spohr's harp works first of all includes the following works (listed according to the year of composition):

  • Sonata in C minor for Harp and Violin Wo0 23 (1805)
    ISMN M-2020-0636-8 EURO 16,80
  • Sonata in B flat major for Harp and Violin opus 16 (1806)
    ISMN M-2020-0635-1EURO 16,80
  • Sonata in D major for Harp and Violin opus 113 (1806)
    ISMN M-2020-0632-0 EURO 20,80
  • Fantasia in C minor for Solo Harp opus 35 (1807)
    ISMN M-2020-0637-5 EURO 9,80
  • Variations in F major for Solo Harp opus 36 (1807)
    ISMN M-2020-0638-2 EURO 9,80
  • Sonata in G major for Harp and Violin opus 115 (1809)
    ISMN M-2020-0634-4 EURO 20,80
  • Sonata in D major for Harp and Violin opus 114 (1811)
    ISMN M-2020-0633-7 EURO 20,80
  • Fantasia in B minor for Harp and Violin on themes of Handel and Abbé Vogler opus 118 (1814)
    ISMN M-2020-0645-0 EURO 16,80

Louis Spohr had his first harp lessons when he was a young man. That was why he was impressed even more by the virtuoso performance of Dorette Scheidler who became his wife on 2nd February 1806. In his autobiography (Vol.1, 1st edition, 1860, p. 102) he wrote:

"The happy couple also spend their honeymoon surrounded by music. So as to find out what was most appropriate for the instrument, I got down to learn playing the harp with great zeal. I used to compose music which was rich in modulations. Therefore I had to get myself well acquainted with the use of the pedals, so that I wouldn't note down anything that could not be played. Bearing in mind the technical mastership and confidence with which my wife played the instrument already then, this was not an easy task. I therefore gave way to my fantasy, and soon I was able to win new effects from this instrument. As the harp sounded best accompanied by the melodious tone of my violin, I preferred to write concert compositions for these two instruments only. Somewhat later I wrote two concertantes for harp and orchestra and a trio for harp, violin and violoncello. By making this experience I decided, however, that any accompaniment whatsoever did but spoil the unity and the harmony of our play. Thus I abandoned the idea.

Another attempt of mine to gain even better effects was more successful. My idea was to tune the harp a semitone lower than the violin. Two effects resulted from this: For one thing I found the richest and most favourable keys for both instruments, namely D major and G major for the violin and E flat major and A flat major for the harp. This is due to the fact that the harp sounds best in keys with flats when as few pedals as possible are being played, and the timbre of the violin is most brilliant in keys with sharps. Another positive effect was, that with the harp tuned lower, the strings were less likely to break during a performance, something that happens quite frequently in hot concert halls and is bound to spoil the pleasure the audience usually has when listening to harp music."

The decision to tune the harp a semitone down and thus to note its part a semitone higher was taken exactly around the time between the Sonata in B flat major op.16 and the one in D major op.113, which, according to Göthel, are both dated 1806. Spohr also stuck to this notation in the first editions of the Sonatas opp. 113, 114, 115 and the Fantasia op. 118. Also in print the part of the harp was noted a semitone higher than the part of the violin. For commercial reasons the first publisher Julius Schuberth added a free copy of the transposed violin part. At that time it was much cheaper to etch or print the violin part than the part of the harp. With the invention and the fast growing use of the double action harp, this practice of tuning the harp a semitone lower soon got out of date. It became a common feature that the harp parts, instead of being transposed, were noted in the higher key and that in later editions the key of the harp part was automatically accepted as the "correct" one.

The following note had been added to the violin part of the first edition: "The original violin part has been designed to be played with a harp tuned a semitone lower. That is why in the concert pitch the harp should be tuned a semitone lower or the violin a semitone higher. lf the violin is accompanied by a piano, the violinist has to tune his instrument a semitone higher or he may use the violin part added by the publisher."

Recitals in which only the works of Spohr are being played are hardly possible nowadays. This was different then, as Spohr and his wife performed exclusively the composer's own works. Similarly it is not feasible that during a public concert the harp is tuned down a semitone in order to keep up historical concert practices. Furthermore the more modern, extraordinary concert harps do no longer have the mechanical deficits of single action harps. Thus the differences in intonation and sound between keys with flats and keys with sharps are very difficult to discern. lt is therefore but natural to edit the named four works in the original key.

Schuberth, the first one to publish Spohr's works, added a violoncello part to each of the three sonatas. By doing so he hoped to make his editions known to a larger public. These violoncello parts represented an adaptation of the original violin parts. The adaptation was carried out by the publisher himself.

Within the present complete edition the violoncello arrangements can be ordered under the following numbers:

  • Sonata in D major opus 113 (1806). Version for Harp and Cello.
    • Score and Cello-Part. ISMN M-2020-0686-3 EURO 20,80
    • Violoncello part to op. 113: ISMN M-2020-0646-7 EURO 6,80
  • Sonata in D major opus 114 (1811). Version for Harp and Cello.
    • Score and Cello-Part. ISMN M-2020-0687-0 EURO 20,80
    • Violoncello part to op. 114: ISMN M-2020-0647-4 EURO 6,80
  • Sonata in G major opus 115 (1809). Version for Harp and Cello.
    • Score and Cello-Part. ISMN M-2020-0688-7 EURO 20,80
    • Violoncello part to op. 115: ISMN M-2020-0648-1 EURO 6,80

As the Sonata in D major op. 114 had also gained great popularity with the flutists, due to its second movement ("A potpourri on themes of the Magic Flute"), there is also a version for harp and flute. In the arrangement for flute the rules for transposition are analogous to the Schuberth adaptation of the violoncello parts.

  • Sonata in D major, Version for Harp and Flute opus 113; ISMN M-2020-0689-4 EURO 20,80
  • Sonata in D major, Version for Harp and Flute opus 114 (1811); ISMN M-2020-0649-8 EURO 20,80
  • Sonata in G major, Version for Harp and Flute opus 115 (1809); ISMN M-2020-0690-0 EURO 20,80
  • Fantasia in B minor on themes of Handel and Abbé Vogler opus 118 (1814), Version for Harp and Flute
    ISMN M-2020-0691-7 EURO 16,80

These new editions are based on the first printed editions. Due to the great differences in musical traditions and techniques we decided not to give any suggestions on the fingering and the use of the pedals. Please allow me, however, to mention the following advise given by the editor Helena Storck: Passages with difficult pedal positions are rendered much easier by enharmonic change.

© 1999/2001 by Christoph Dohr
(translation: Christine Graf)


Sonstige Herausgeberschaft

Pressestimme zur Gesamtausgabe der Harfenwerke von Louis Spohr

"'Ja, ja... Die Technik... Ach...' Dies ist nicht nur ein Seufzer unseres Computerzeitalters, sondern er könnte schon von Tonsetzern zu Beginn des 19. Jahrhunderts ausgestoßen worden sein, wenn sie für die Harfe komponieren wollten. Sicher liebten sie zwar den reizvollen Klang der Harfe und hätten sie zu gerne häufiger in ihren Kompositionen eingesetzt, aber die Technik des Instrumentalbaus der damals zur Verfügung stehenden Einfachpedalharfen hatte noch nicht Schritt gehalten mit der Weiterentwicklung der Kompositionstechniken und deren Erweiterung der harmonischen Horizonte im Übergang von der Klassik zur Romantik. Für die Komponisten war die einfache Folge daraus, dass sie für dieses Instrument einfach nicht mehr komponierten.

Nur einige 'Spezialisten' komponierten in dieser Zeit für die Harfe. Einer von ihnen war Louis Spohr (1784–1859), der – obwohl eigentlich Violinist – nicht nur selber Harfe spielen gelernt hatte, sondern auch mit der Harfenvirtuosin Dorette Scheidler verheiratet war. Mit ihr als Kammermusikpartnerin feierte er in kammermusikalischen Soireen in den Salons des 19. Jahrhunderts Triumphe. Um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Violine in den Kreuztonarten am besten klingt, während die Einfachpedalharfe in den B-Tonarten harmonisch noch relativ modulationsfähig war, entschied er sich im Jahre 1806 dafür, seine Kompositionen für Harfe und Violine zukünftig für die Harfe in der höher benachbarten B-Tonart zu notieren, um diese dann bei der Aufführung einen halben Ton tiefer zu stimmen. Während die Violine also aus einer in zum Beispiel D-Dur geschrieben Stimme spielte, waren die dazugehörigen Harfennoten in Es-Dur geschrieben. Natürlicherweise entstanden daraus in der Folgezeit nicht nur Missverständnisse über die 'richtige' Tonart, sondern auch die Tatsache, dass seine Werke in Vergessenheit gerieten, weil sie nicht mehr aufgeführt wurden. Denn seit der Einführung der Doppelpedalharfe zu Beginn des 19. Jahrhunderts war es nicht mehr üblich, nicht mehr notwendig und auch unpraktisch, die Harfe im Konzert nur für die Interpretation einer Spohr-Sonate einen halben Ton tiefer zu stimmen.

Nun endlich, 140 Jahre nach Spohrs Tod und nach der Einführung der Doppelpedalharfe mit ihren gegenüber der Einfachpedalharfe erweiterten harmonischen Möglichkeiten, sind in der Edition Dohr Louis Spohrs Sonaten für Violine und Harfe in den ursprünglich vom Komponisten intendierten Tonarten erschienen und so auf unseren zeitgemäßen Instrumenten ausführbar.

Im Rahmen einer geplanten Neuausgabe des Gesamtwerkes für Harfe von Louis Spohr, hat die bekannte Münchener Harfenvirtuosin Helga Storck die verdienstvolle Aufgabe übernommen, die Sonaten op. 113, 114 und 115 in den Originaltonarten zu redigieren und herauszugeben. Die Neuausgabe bei Dohr umfasst übrigens auch das Notenmaterial für Fassungen mit Harfe und Violoncello oder auch Flöte." (Rainer Templin, in: nmz 12/2000, S. 55)

aktualisiert Montag, 20. Juni 2011updated
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