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Komponist/Autor

Werke in der Edition Dohr

Reinhold Birk

Vita

*17. September 1923 in Stuttgart. Debut als Solopianist (Mozart: Krönungskonzert) mit 15 Jahren in der dortigen Liederhalle. 1942 Aufnahme in die Staatliche Musikhochschule Stuttgart. Dann Soldat und in Gefangenschaft. Studienwiederaufnahme 1948. Hauptfächer: Orchesterleitung (GMD Dr. Gustav Koslik), Klavier (Prof. Arno Erfurth), Kirchenmusik (Orgel: KMD Karl Gerok); außerdem Komposition bei Prof. Dr. Hermann Erpf. 1950-1953 Dirigent des Stuttgarter Brenzhaus-Kammerorchesters (heutiger Name);1951-1953 Kirchenmusiker der Brenzkirche Stuttgart (Vorgänger von Helmuth Rilling), und 1953-1987 an der Alten Kirche und Friedenskirche Krefeld (1966 zum Kirchenmusikdirektor ernannt).1963-1987 Dirigent der Abonnementskonzerte der "Philharmonischen Gesellschaft" in Krefeld (Sinfoniekonzerte, Oratorien, u.a. mit RSO Köln, Philharmonia Hungarica und Weltrang-Solisten). Fast alle Werke Birks wurden aufgeführt (u.a.: vier Sinfonien; das Friedensoratorium "Angst und Zuversicht" [UA 1983 Seidenweberhaus Krefeld; 1985 wiederholt in der Tonhalle Düsseldorf beim Deutschen Ev. Kirchentag]; Werkverzeichnis in ISBN 3-925366-61-X). Birk veranstaltete in Krefeld 555 Konzerte (Liste in ISBN 3-925366-61-X), Tourneen in Deutschland sowie in England (zehnmal), Finnland, Griechenland-Türkei-Persien, USA (inkl. Hawaii), Canada, Japan (erster Ausländer an der Orgel der Doshisha-Universität Kyoto), Namibia, Südafrika, Libanon (während der Kämpfe 1980,1983,1984, z.T über TV). Birk erhielt 1982 den Kompositionspreis der internationalen GdO-Tagung Düsseldorf und wurde 1987 als bislang einziger Musiker von Oberbürgermeister Dieter Pützhofen mit der Ehrenplakette der Stadt Krefeld ausgezeichnet. Im von Christoph Dohr in Krefeld organisierten Zyklus "OPUS 89" kamen Werke von ihm durch ihn selbst und andere zu Gehör. Das "lnternationale Pianoforum" in Heilbronn (elf Konzerte, 1993) eröffnete Birk mit eigenen Werken und Stücken von Peter Bares. Unter Pseudonym (Martin Betulius) ist Birk in Heilbronn Musikkritiker.

 

Birk über seine Werke

Seit Anfang der Sechziger Jahre komponiert Birk zumeist zwölftönig, wobei er - einer von Ernst Krenek publizierten (von diesem aber kaum realisierten) Anregung folgend - sowohl tonal und zwölftönig zugleich schreibt. Hierzu äußert er sich selbst:

"Auf die Spätromantik folgte die Atonalität, die dann zwölftönig geordnet wurde. Diese und die weitere Entwicklung der E-Musik wurde nur von einem kleinen Bruchteil der Musikfreunde angenommen, wogegen früher Neues (Richard Wagner, Anton Bruckner, Richard Strauss, etc.) nach kurzen Richtungskämpfen noch zu Lebzeiten dieser Komponisten vom Gros der Hörer bejubelt wurde, was man von der Neuen Musik der letzten 75 Jahre nicht behaupten kann, obwohl einer der Großen (H. W. Henze) der Neuen Musik meint, käme es zu solcher Zustimmung, so wäre dies der schönste Tag seines Lebens. Ich konkretisierte die ldee Kreneks so, dass die Tonalität erhalten bleibt, aber zwölftönig 'gesiebt' wird, d. h., jede Note, auch einbezogene Melodien (z. B. Choräle), müssen zugleich zwölftönig bezogen sein. Ich ging dazu über, strenge Regeln aufzustellen: Reihen dürfen in direkter Folge ihrer Töne weder Dreiklänge (Dur, Moll, vermindert, übermäßig) oder voll- bzw. unvollständige Dominantseptakkorde (oder deren Umkehrungen) enthalten, auch keine Folgen wie c-d-f bzw. c-e-fis aufwärts, weil dies gespiegelt c-b-g bzw. c-as-ges abwärts, also Dominantseptakkord-Umkehrungen,ergäbe. Berührungen gleicber Töne, vertikal und horizontal, letzteres auch im Oktavabstand, gelten als 'ein' Ton. Sie verschiedenen Reihen-Modi zu entnehmen, verbiete ich mir. Diese Kompositionsweise hätte vor der Atonalität nach der Spätromantik folgen können und ist m. E. viel eher eine 'Erneuerung des Verbrauchten durch Konstellation'. Man unterschätze die Schwierigkeit dieser Kompositionsweise, die quasi die Tristan-Harmonik weiterführt, nicht, doch mit zunehmender Gewandtheit lassen sich die gewünschten Klänge aus der Tabelle der 48 Modi herauslesen.

Als zusätzlich denkbare Figurik zu dieser Harmoniefolge wären nur solche bereichernden Figuren zugelassen, die aus Tönen dieser Modi bestehen und dem Tonberührungsgesetz entsprechen. Solche Beispiele sind in meinen Kompositionen häufig zu finden."

© Reinhold Birk

Birks Werke werden in repräsentativer Auswahl im Musikverlag Dohr Köln verlegt.

Kompositionen

  • Capriccio (1990) für Klavier solo
    ISMN M-2020-0027-4
    EURO 4,80
  • Rhapsodie (zwölftönig; 1996) für Violoncello und Klavier
    ISMN M-2020-0324-4
    EURO 4,80
  • Rhapsodie (1996). Fassung für Violine und Klavier:
    ISMN M-2020-0348-0
    EURO 4,80
  • Rhapsodie (1996). Fassung für Viola und Klavier
    ISMN M-2020-0330-5
    EURO 5,80
  • Orgelwerke Vol. I
    ISMN-2020-0681-8
    EURO **,--
  • Orgelwerke Vol. II
    ISMN-2020-0682-5
    EURO **,--
  • Orgelwerke Vol. III
    ISMN-2020-0683-2
    EURO **,--
  • Orgelwerke Vol. IV
    ISMN-2020-0684-9
    EURO **,--

Buch

  • Lehrjahre eines Musikers. Meine Zeit in Stuttgart, Krefeld und Heilbronn. 353 S., 26 Abb., zahlr. Notenbeispiele; eingel. und hrsg. von Christoph Dohr; Pb. geb. m. Schutzumschl. Köln: Dohr 1998
    ISBN 978-3-925366-61-1
    EURO 19,80

"... bietet in einer sehr gelungen Zusammenstellung ein Lebens- und Schaffesnbild von Reinhold Birk ... Repräsentant der ersten Nachkriegs-generation von allgemein begabten Musikern, die vom Standbein Kirchen-musik aus sich mit vollem Einsatz dem Aufbau eines vielseitigen Kulturlebens widmeten. ... ein wichtiges kulturge-schichtliches Dokument seiner Epoche"
(Konrad Klek in "Württembergische Blätter für Kirchenmusik" 3/1999)

 

Weitere Informationen

  • Christoph Dohr: Musikleben und Komponisten in Krefeld. Das 20. Jahrhundert. (Krefelder Studien Bd. 5). 640 S., 70 Abb., Notenbeisp., Pb. geb.
    ISBN 3-9801610-4-8
    EURO 24,80

 

aktualisiert Sonntag, 27. Dezember 2009
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