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Einführung (Auszug)
Zu den bekanntesten Musikern, Komponisten und
Verlegern des späten 18. und frühen 19.
Jahrhunderts, deren Lebensumstände und Wirken
erst in Umrissen erkennbar sind, zählt
Johannes (Johann Andreas) Amon (1763-1825). In
Drosendorf bei Bamberg geboren und aufgewachsen,
wurde der begabte junge Sänger und Violinist
Schüler des berühmten Hornisten Jan
Václav Stich (Giovanni Punto, 1746-1803) und
bereiste mit ihm Frankreich und Deutschland. Dabei
lernte Amon in Wien neben Haydn auch Mozart kennen, von dem er um 1793 die Sechs
deutschen Tänze KV 571
veröffentlichte. Von 1789 bis 1817 lebte
Johannes Amon als "Musik-Meister" beim Grafen von
Neipperg in Heilbronn, wo er auch als Musikdirektor
fast dreißig Jahre lang die Liebhaberkonzerte
dirigierte. 1817 wurde er von Fürst Ludwig
Kraft Ernst von Oettingen-Wallerstein (1791-1870)
als Hofkapellmeister angestellt. Amons Tod im Jahre
1825 markiert zugleich das Ende der
traditionsreichen Wallersteiner Hofmusik, die unter
dem Böhmen Anton Rös(s)ler (Antonio
Rosetti. um 1750-1792) um 1780 ihre Blütezeit
erlebt hatte.
Um 1820 wurde in Wallerstein eine 24 Nummern
umfassende Sammlung Aeltere und Neuere
Jäger-Lieder in Bearbeitung für drei
(bis vier) Singstimmen und drei Waldhörner
angelegt die sich mit - jenen Liedern für
Singstimme(n) mit Hörnern, ersatzweise
Klavier, vergleichen lässt, die bereits
früher in den beliebten Forst- und
Jagd-Kalendern zu finden waren. Alles deutet
darauf hin, dass die bisher unbekannten
Kompositionen von Johannes Amon stammen, der 1823
zwei Vertonungen von Gedichten des Fürsten.
Nr. 11 Lob des Waldes und Nr. 18
Jägerlied bey Anblick des wilden
Heeres, in Neubearbeitungen für Sologesang
und Klavier bzw. vier Männerstimmen und drei
Waldhörner als op. 103 im Eigenverlag in
Wallerstein veröffentlichte, die hier erstmals
in einer wissenschaftlich-praktischen Neuausgabe
zugänglich gemacht werden.
Zu den Kompositionen
Die formal, inhaltlich und in der Wortwahl
gekünstelt wirkenden Gedichte Fürst
Ludwigs boten dem Komponisten nur begrenzte
Möglichkeiten für Vertonungen, deren
Motivik in der Jagdmusik wurzelt. Während
Lob des Waldes op. 103,1 als Strophenlied
angelegt ist, nutzte Amon bei Jägers
Lied die Möglichkeit zur formalen Abwechslung durch den Einsatz von Solisten (ein bzw. zwei Jäger) und "Chor". Mit dem Gestus und mitreißenden Schwung Weberscher Kompositionen, wie etwa des "Jägerchors" aus dem Freischütz oder "Lützows wilde
Jagd", sind Amons Vertonungen nicht zu vergleichen.
Die beiden mit "Andante" überschriebenen
Lieder genügen wie andere Kompositionen Amons
in ihrer betonten melodischen, harmonischen und
rhythmischen Schlichtheit dem Anspruch "Vielen
Vergnügungen, angenehme und nützliche
Unterhaltung" zu bringen.
Die Alternativbesetzungen machen deutlich, dass
der erfahrene ehemalige Heilbronner Musikdirektor
mit seinen Liedern nicht nur die exklusive
Wallersteiner Hofmusik mit professionellen
Inventionshornisten im Auge hatte, sondern auch die
bürgerliche Hausmusik und die neue
Musikvereinskultur. Damit stand er einerseits in
der Tradition der am Wallersteiner Hof besonders
gepflegten Bläsermusik und leistete
andererseits darüber hinaus einen
beachtenswerten Beitrag zur Geschichte des
mehrstimmigen Männergesangs mit
Hörnerbegleitung vor Franz
Schuberts "Nachtgesang im Walde" op.posth. 139
(D 913). Die Themenwahl und die Texte Fürst
Ludwigs mit den Vertonungen durch Johannes Amon
sind ein aufschlussreiches Beispiel für die
Spannung zwischen Biedermeier und Romantik in
Dichtung und Musik des frühen 19.
Jahrhunderts.
© Friedhelm
Brusniak 2001 / edition dohr
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Zwei Jägerlieder op. 103 für
Gesang und Klavier oder für Männerchor
und drei Waldhörner.
- Partitur und Hornstimmen
ISMN M-2020-1016-7
EURO 11,80
- Chorpartitur (Mindestabnahme 20 Expl.)
ISMN M-2020-1017-4
EURO 4,30
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