Joseph Woelfl |
Trio c-Moll op. 23 Nr. 3 hrsg. von Guido Johannes Joerg Partitur und Stimmen M-2020-4374-5 |
Zum WerkJoseph Woelfls "Trois Grands Trios pour le Fortepiano, Violon et Basse" op. 23 sind - wie seinerzeit üblich - vom Tasteninstrument aus erdacht, das stets präsent ist und einen hervorragenden Interpreten erfordert. Die Streichinstrumente sind gleichwohl unverzichtbar; die Trios erfordern somit drei gestandene Musiker. Mit seinen vier umfangreichen Sätzen folgt das Trio Nr. 3 (Troisième Trio) durchaus den Konventionen seiner Entstehungszeit: Der Kopfsatz in Sonatenhauptsatzform ist deshalb charakteristisch, weil sich Haupt- und Seitensatzthema nur unwesentlich voneinander unterscheiden und dadurch die durchaus strenge formale Anlage des Satzes verschleiert wird - dem Hörer vermittelt sich vielmehr der Eindruck einer freier strukturierten Fantasie. Es folgen ein langsamer Satz und ein rasches Menuetto (eher ein modernes Scherzo als ein altmodisches Menuett). Das abschließende Finale ist eine Kombination aus Rondo- und Variationsform. Zwischen den Sätzen bestehen thematische Bezüge: indem das Fortepiano am Ende des Finales das Thema des Kopfsatzes wieder aufgreift, wird die enge thematische Verbindung von Anfangs- und Schlusssatz verdeutlicht und ein Rahmen geschlossen. Die Musik ist ansprechend, die Themen sind frisch erfunden, Form und Besetzung sind vollendet, und das Werk bietet seinen Interpreten höchste Spielfreude. (Guido Johannes Joerg) Satzfolge
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