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Michael Heinemann
Hans-Joachim Hinrichsen
(Hgg.)

Öffentliche Einsamkeit. Das deutschsprachige Lied und seine Komponisten im frühen 20. Jahrhundert, hg. von Michael Heinemann und Hans-Joachim Hinrichsen in Verbindung mit Carmen Ottner
215 S., Notenbsp., Register, Hardcover
ISBN 978-3-936655-73-5
EURO 29,80

Inhalt

  • Vorwort
  • Bernd Roeck: Von intimer Öffentlichkeit zu öffentlicher Intimität. Über ein Paradigma der Moderne
  • Rainer Cadenbach: Am Ende: Schlichte Weisen. Zum Liedschaffen Max Regers
  • Michael Heinemann: Generalprobe im Wohnzimmer. Zu Liedern von Richard Strauss
  • Michael Walter: Text und Kontext in Mahlers Liedern
  • Giselher Schubert: Zur Entstehung und Deutung der neusachlichen Ausdrucksgestaltung in Hindemiths frühen Liedern
  • Matthias Schmidt: Gedachte Tradition. Anmerkungen zu Arnold Schönbergs Liedern
  • Nikolaus Urbanek: "Öffentliche Einsamkeit"? Anmerkungen zum atonalen Liedschaffen Alban Bergs und Anton Weberns
  • Carmen Ottner: "Shockwaves". Afrika singt in den Vertonungen von Alexander Zemlinsky und Wilhelm Grosz
  • Ivana Rentsch: Singende Melodie. Erich Wolfgang Korngolds Lieder als kritische Aneignung der Gattungskonventionen
  • Hans-Joachim Hinrichsen: "Lebendig begraben"? Das Lied-Oeuvre Othmar Schoecks zwischen Rückzug ins Stilreservat und Reflexion der Gattung
  • Gerhard J. Winkler: Einsamkeit mit Eichendorff. Hans Pfitzner und die musikalische Lyrik
  • Joachim Lucchesi: Landschaft des Exils? Hanns Eislers Hollywooder Liederbuch
  • Personenregister


(Bild anklicken zum Vergrößern)

Das Klavierlied, die subjektive Deutung eines Textes mit den Mitteln der Musik, dargeboten im kleinen, privaten Rahmen, wird um die Wende zum 20. Jahrhundert zum Paradox.

Nunmehr für ein großes, nach Hunderten zählendes Publikum im Konzertsaal zu singen, entweder die Gattungsgrenzen des ursprünglich "kleinen" Genres Lied hin zum symphonischen Orchestergesang zu erweitern oder das Klavierlied seinem ursprünglichen sozialen Ort des intimen Salons zu entfremden, bezeichnet einen Strukturwandel der Aufführungssituation, dessen kompositorische (und gattungsgeschichtliche) Implikationen exemplarisch beleuchtet werden.  

Pressestimmen

"[...] Der sehr lesenswerte Band bietet im Ganzen ein Panorama der Liedkomposition deutscher Sprache zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts. Er macht die prekäre Situation deutlich, in der sich gerade diese Gattung damals befand, eine Gattung, die bei allen hier behandelten Komponisten, den Traditionalisten wie den Avantgardisten, am Erbe der Romantik anknüpft – zu einer Zeit, die doch sonst vor allem 'sachlich' sein wollte." (Walther Dürr, Januar 2011, in: Die Musikforschung 2/2011, S. 194)

"'Öffentliche Einsamkeit' – unter diesem paradox klingenden Motto fand 2004 in Wien eine musikwissenschaftliche Tagung statt, die die Situation des deutschsprachigen Kunstlieds im frühen 20. Jahrhundert untersuchte. Der vorliegende Band präsentiert nun die Tagungsergebnisse. Ausgangspunkt ist ein Phänomen des Musiklebens um 1900: das 'Klavierlied, die subjektive Deutung eines Textes mit Mitteln der Musik, dargeboten im kleinen privaten Rahmen' findet seinen Weg aufs Konzertpodium und erweitert die Gattungsgrenzen zum symphonischen Orchestergesang. Diese veränderte Aufführungssituation bedeutete zugleich kompositorische und gattungsgeschichtliche Veränderungen (S. 7). In ihren Beiträgen gehen die Autoren daher vor allem den musikalischen und aufführungsgeschichtlichen Aspekten der Lieder von Reger, Strauss, Mahler, Hindemith, Schönberg, Webern, Berg, Zemlinsky, Grosz, Korngold, Schoeck, Pfitzner und Eisler nach. [...] Besonders hervorzuheben ist der äußerst aufschlussreiche einleitende Beitrag von Bernd Roeck 'Von intimer Öffentlichkeit zu öffentlicher Intimität. Über ein Paradigma der Moderne', der einen kompakten kultur- und sozialgeschichtlichen Überblick über den Begriff der Einsamkeit liefert. Bei der Beschäftigung mit dem Kunstlied kann die vertonte Lyrik naturgemäß nicht außer Acht gelassen werden. Alle Beiträge fokussieren sich aber auf die musikalische Textur, was das Konzept des Bandes einheitlich und dicht erscheinen lässt. [...]" (Eva Schütz, in: Forum Musikbibliothek 4/2010, S. 361f.)

aktualisiert Mittwoch, 13. Juli 2011
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