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Michael Heinemann

Der Komponist für Komponisten. Bach-Rezeptionen vom 18. bis zum 20. Jahrhundert (= Bach nach Bach, Vol. 2). 208 S., Notenbeispiele, Register, Hardcover
ISBN 978-3-936655-71-1
EURO 29,80

Inhalt

  • Vorwort
  • Gedächtnis. Johann Sebastian Bachs Repotentialisierung
  • Urbanität. Friedrich Wilhelm Marpurgs Gesellschaftsentwurf
  • Kontrapunkt. Carl Philipp Emanuel Bachs "alte" Musik
  • Choral. Johann Adam Hillers Impuls
  • Kirchentöne. Abbé Voglers Verbesserungen
  • Fleiß. Joseph Haydns Arbeit
  • Ablösung. Frédéric Chopins Emanzipation
  • Skepsis. Hector Berlioz‘ ästhetische Konversion
  • Trend. Giacomo Meyerbeers historische Farben
  • Zukunft. Charles-Valentin Alkans Vision
  • Unbefangenheit. Theodor Kirchners Charakterstücke
  • Assimilation. Joseph Joachims Lebensphilosophie
  • Spiel. Giuseppe Verdis Finale
  • Natur. Felix Draesekes Musikgeschichte
  • Respekt. Max Regers Rücksichten
  • Usurpierung. Richard Strauss’ Instrumentation
  • Weltbürger. Georges Enescus Integration
  • Gotik. Wilhelm Middelschultes kompositorische Artistik
  • Klassizität. Dmitri Schostakowitschs Resistenz
  • Habitus. Olivier Messiaens Verpflichtung
  • Register


(Bild anklicken zum Vergrößern)

Bachs gäb's viele, wurde Robert Schumann beschieden, als er sich auf die Suche nach dem Grab des Thomaskantors machte.

Die Fülle möglicher Zugangsweisen verweist nicht nur auf die Vielschichtigkeit eines kompositorischen Oeuvres, sondern gerät zum Indiz für die Komplexität einer Künstlerpersönlichkeit, die auf das Bild des Thomaskantors zu verengen eine mutwillige Verengung bedeutet.

Vielmehr wird "Bach" - weit mehr denn nur als Objekt eines nationalen kulturellen Gedächtnisses - auf faszinierend unterschiedlichste Weise rezipiert von Komponisten und Interpreten, zum Erinnerungsort für das Potenzial von Musik schlechthin.

Pressestimme

"Die Literatur zu Johann Sebastian Bach (1685–1750) und die Kompositionen seiner Nachwelt spiegeln in ihrer unendlichen Vielfalt alle Nuancen der langen Wirkungsgeschichte von Person und Werk wider. [...] Behandelt werden u.a. Hiller, Vogler, Haydn, Chopin, Meyerbeer, Verdi, Reger, Strauss, Enescu, Schostakowitsch und Messiaen. Der Autor belässt es durchaus nicht bei theoretisierenden Skizzen, sondern analysiert sorgfältig ausgewählte Musikbeispiele, um der spezifischen Art des Bachschen Nachwirkens auf die Spur zu kommen. Unter diesem eigenwilligen Blickwinkel entsteht geradezu die Blaupause einer europäischen Geschichte des Komponierens. Aber die Studien sind noch für etwas anderes gut: Wir lernen viel über die Spielarten des Phänomens, das wir so einfach mit dem Etikett 'Rezeption' versehen. Michael Heinemann wählt bewusst den Plural 'Bach-Rezeptionen' und zeigt diese Varianten, indem er die einzelnen Kapitel pointiert mit einem Stichwort belegt. 'Rezeption' kann als ästhetische Positionierung heißen: Gedächtnis, Skepsis, Respekt oder sogar Usurpierung. 'Rezeption' kann in der Anverwandlung kompositorischer Mittel bedeuten: Anleihen an spezifische Muster, Überbietung der artistischen Momente, Weitertreiben des Sprachcharakters, Forcierung einzelner Verfahren, z.B. der Chromatik. In Summa: die allseitige Faszination von der Dauerhaftigkeit eines OEuvres, das alle Umbrüche schon Jahrhunderte lang schadlos zu überstehen vermag." (Karl-Ernst Went, in: Forum Musikbibliothek 4/2010, S. 346)

aktualisiert Mittwoch, 13. Juli 2011
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