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Christiane Strucken-Paland
Ralph Paland (Hgg.)

César Franck im Kontext. Epoche, Werk und Wirkung. Bericht über das Internationale Musikwissenschaftliche Symposion César Franck – Das Orgelwerk im Schaffenskontext vom 10. bis 13. Februar 2008 bei den César-Franck-Tagen der Philharmonie Essen, herausgegeben von Christiane Strucken-Paland und Ralph Paland im Auftrage der César-Franck-Gesellschaft e.V.; 207 S., Abb., Notenbeisp., Hardcover
ISBN 978-3-936655-70-4
EURO 24,80

César Franck ist Impulsgeber der französischen Musik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Franck entwickelte eine unverwechselbare Ton- und Formensprache, die in Frankreich um die Wende des 20. Jahrhunderts geradezu schulbildend wurde, und deren Ausstrahlung sich über den Bereich der Musik hinaus auch Literaten nicht entziehen konnten.

Im Februar 2008 fand im Rahmen der César-Franck-Tage der Philharmonie Essen das internationale musikwissenschaftliche Symposion "César Franck - Die Orgelmusik im Schaffenskontext" statt. Zehn Experten spürten den Verbindungen zwischen den verschiedenen Schaffensbereichen von Francks Oeuvre nach. Sie arbeiteten seine Stellung innerhalb des kulturellen Umfelds mit seinen prägenden Institutionen, widerstreitenden kompositorischen Strömungen und ästhetischen Diskursen auf und reflektierten die Nachwirkung auf literarisch-musikalische Entwickungen des 20. Jahrhunderts. Dieser Band versammelt die Vorträge des Symposions, fasst aktuelle Fragestellungen und Forschungsergebnisse zusammen und bietet zugleich neue Impulse für weitere musik- und kulturwissenschaftliche Auseinandersetzungen mit der Epoche, dem Werk und der Rezeption Francks.

Inhalt

  • Vorwort

Festliche Eröffnung

  • Kurt Lueders: Oper, Bach oder ‚Élévation‘? Gedanken zu César Francks künstlerischem Werdegang und seiner Stellung als Musiker und Orgelkomponist
  • Heribert Koch: César Francks wiederentdecktes Frühwerk Souvenirs d‘Aix-la-Chapelle op. 7

Francks Orgelmusik und
ihr musikgeschichtliches Umfeld

  • Hermann J. Busch: Francks Orgelwerke und die Pariser Orgelszene seiner Zeit
  • Stefan Keym: Erbe der „Franck-Tradition“? Charles Tournemire und sein Triple Choral für Orgel

Interferenzen – zum Verhältnis zwischen
Francks Orgelmusik und seiner Symphonik

  • Fabian Kolb: Symphonik im „style d’orgue“? Zu César Francks Symphonie d-Moll und den Grundlagen, Problemen und Chancen eines rezeptionsästhetischen Topos
  • Christiane Strucken-Paland: Symphonische Züge in César Francks Grande pièce symphonique
  • Peter Jost: Zur Charakteristik von César Francks Instrumentation

Traditionen – Rezeptionen
Francks Werk im kulturellen Kontext

  • Martin Kaltenecker: César Franck und der Diskurs des Organizismus
  • Ralph Paland: Vom ‚Mystiker‘ zum ‚Scholastiker‘. César Franck im Diskurs der Neuen Musik
  • Franz Michael Maier: Prousts Franck. Form und Semantik in einer Sonate und einem Roman des 20. Jahrhunderts

Anhang

  • Register
    • Musikwerke César Francks
    • Personen und Werke
  • Autorenverzeichnis


(Bild anklicken zum Vergrößern)

Pressestimme

"Der im Kölner Musikverlag Dohr jüngst erschienene Symposiumsbericht würdigt Cesar Franck, über die Orgel hinaus, als ganz entscheidenden Impulsgeber der französischen Musik des Fin de Siècle und der Zeit danach. In Francks kompositorischem Schaffen ist zudem der prägende Einfluss Richard Wagners unüberhörbar; dieser (konservative) 'deutsche' Akzent in der Musik des aus Lüttich gebürtigen Komponisten wurde von dem 'Neutöner' Claude Debussy seinerzeit kritisiert. Formal und harmonisch beschritt Franck durchaus jedoch neue Wege und entwickelte seinerseits eine höchst individuelle und infolgedessen unverwechselbare Ton- und Formensprache, die im Frankreich des ausgehenden 19. Jahrhunderts bekanntlich erneuernd und schulbildend zugleich wirken konnte und deren zutiefst poetischer Ausstrahlung sich über den engeren Bereich der Musik hinaus selbst führende Literaten nicht entziehen konnten (vgl. etwa den Einfluss Francks oder von Franck-Schülern wie Ernest Chausson auf den zeitgenössischen Symbolismus in Frankreich).
Der Band enthält durchweg sehr lesenswerte Beiträge ausgewiesener Franck-Spezialisten: von Hermann J. Busch, Peter Jost, Martin Kaltenecker, Stefan Keym, Heribert Koch, Fabian Kolb, Kurt Lueders, Franz Michael Maier, Ralph Paland und Christiane Strucken-Paland. Obgleich die Herausgeber mit dieser Dokumentation insbesondere den gesamtkulturellen Kontext der Franck'schen Biografie in den Blick nehmen möchten – wie dies der Titel 'Cesar Franck im Kontext. Epoche, Werk und Wirkung' bereits erwarten lässt –, kommen orgelrelevante Themen und Aspekte im engeren Sinne hierbei keineswegs zu kurz. So reflektiert Kurt Lueders unter dem Titel 'Oper, Bach oder 'Élevation'' Francks Stellung als Musiker und Orgelkomponist, während sich Stefan Keym in seinem Beitrag 'Erbe der 'Franck-Tradition'' eingehend Charles Tournemire und seinem 'Triple Choral' für Orgel zuwendet oder Fabian Kolb nach der Symphonik im 'style d'orgue' fragt. Ein Anhang mit ausführlichem Register (Musikwerke Cesar Francks, Personen und Werke) sowie ein ausführliches Autorenverzeichnis runden diesen sehr lesenswerten und musikwissenschaftlich solide gestalteten Dokumentationsband ab. (Wolfram Adolph, in: organ 1/2010, S. 66)

aktualisiert Donnerstag, 8. April 2010
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