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Daniela Neuhaus
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Perspektive Musiklehrer/in. Der Berufswahlprozess von Lehramtsstudierenden mit dem Unterrichtsfach Musik (= musicolonia, Bd. 3). 344 S., Hardcover.
ISBN 978-3-936655-57-5
EURO 39,80
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Die Autorin geht in ihrer Befragung von mehr als 200 Studierenden verschiedener Universitäten und Musikhochschulen unter anderem der Frage nach, aus welchen Gründen sich die Studierenden für ein Lehramtsstudium mit dem Fach Musik entschieden haben. Im Unterschied zur bisherigen Forschung über Lehramtsstudierende berücksichtigt sie sowohl bei der Konzeption der Fragebogenstudie als auch bei der Auswertung verschiedene Berufswahltheorien und Erkenntnisse aus Berufswahlforschung und Erziehungswissenschaft.
Die Berufswahl wird dabei nicht als punktuelle Entscheidung am Ende der Schulzeit, sondern als Entwicklungsprozess verstanden, der mit dem Eintritt in das Studium nicht abgeschlossen ist, sondern lebenslang andauern kann. Aus den daraus abgeleiteten Aspekten des Fragebogens darunter Studienwahlmotive, pädagogische Vorerfahrungen, berufliche Werte und angestrebte Berufe ergibt sich ein differenziertes Bild von den Überlegungen und Plänen der befragten Studierenden. Hieraus werden Konsequenzen für die Studiengestaltung und für die Unterstützung der Studierenden auf ihrem Weg in das Berufsleben formuliert.
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Pressestimmen
"Warum setzen sich junge Leute als Berufsziel, Musiklehrkräfte an Schulen zu werden? Was motiviert sie, Schulmusik zu studieren? Vorurteile zu solchen Fragen sind leicht zu haben, auch zählebige Mutmaßungen: Beim Schulmusik-Aspiranten reicht das künstlerische Können nicht aus für die Karriere als Profimusiker die Studienwahl folgt also dem Shaw'schen dictum 'he, who can, does; he, who cannot, teaches'. Das Motiv ist weniger die pädagogische Tätigkeit, als vielmehr die Studienratslaufbahn, die mit materieller Sicherheit winkt.
Solch wohlfeilen Spekulationen stehen einige neuere Studien zur Studien- und Berufswahl von Musiklehrern entgegen. In die Serie verdienstvoller Arbeiten, die kraft empirischer Forschung belastbare Argumente bereitstellen und damit die Diskussion zum Thema in sachliche Bahnen zu lenken vermögen, reiht sich Daniela Neuhaus' Dissertation 'Perspektive Musiklehrer/ in' ein.
Die Studie möchte den Prozess der Berufswahl bei Studierenden des Lehramts Musik untersuchen und „Anregungen für die Gestaltung von Studiengängen“ geben (S. 11). Die theoretische Fundierung schließt bei der Lehrerbildungsforschung mehrerer unterschiedlicher Fachdisziplinen an ein Vorzug, der diese Studie von manch anderer musikpädagogischer Wortmeldung zur Sache abhebt. Die präzise Analyse pädagogischer, soziologischer und psychologischer Modelle, die Auswertung von Gender-Studien sowie die kritische Durchsicht einschlägiger musikpädagogischer Schriften liefern ein interessantes Kompendium zum Stand der Forschung, schärfen die Fragestellung und erschließen zielführende methodische Instrumente. Eine der Pointen, die Neuhaus einleitend herausarbeitet: 'Berufswahl' ist keineswegs als singuläres Ereignis zu fassen, wie es alltagsprachliches Wortverständnis nahelegen könnte. Vielmehr erweist sie sich als Teil eines vielfältigen Entwicklungsgangs, 'Berufswahl' bezeichnet also lediglich eine Facette im 'Berufswahlprozess'. Neuhaus stellt klar, dass die Entscheidung für einen Studiengang nicht mit der Entscheidung für einen bestimmten Beruf zusammenfällt. Eine Beschränkung auf die Frage nach dem Berufswahlmotiv, wie in der Lehrerbildungsforschung häufig praktiziert, kann dem Gegenstand nicht gerecht werden.
Im Kern der Arbeit steht eine Fragenbogenstudie. Befragt wurden 209 Studierende an Musikhochschulen (Köln, Saarbrücken) und Universitäten (Köln, Dortmund) in unterschiedlichen Lehramtsstudiengängen im Fach Musik. Den Prämissen folgend, differenziert der Fragebogen zwischen Items zur Studienwahl und Items zu beruflichen Plänen. Ferner enthält er Fragen zu Bereichen, die für die berufliche Entwicklung bedeutsam sind, zum Beispiel pädagogische (Vor-)Erfahrungen oder Einschätzung des Studiums als Berufsqualifizierung.
Die Querschnittstudie führt zu aufschlussreichen Ergebnissen. Die Behauptung etwa, Schulmusikstudenten interessierten sich für den Lehrerberuf 'vor allem aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen und weniger aus pädagogischer Motivation', weist Neuhaus als 'insgesamt unbegründet' zurück. Vielmehr stehen bei den befragten Studierenden pädagogische Interessen sowie der 'Wunsch nach einer abwechslungsreichen, vielseitigen und kreativen' beruflichen Tätigkeit im Vordergrund (S. 278). Ein 'erheblicher Teil der Studierenden' nutzt die Studienzeit als 'Explorationsphase hinsichtlich der eigenen Fähigkeiten und der beruflichen Möglichkeiten' (ebd.) eine wichtige Erkenntnis für jene, die Studiengänge verantworten und gestalten.
Was die Items zur Wahl der Ausbildungsstätte (Universität oder Musikhochschule) betrifft, so weichen die Kataloge vorformulierter Antworten voneinander ab. Das verleiht einem Vergleich geringere Erklärungskraft. Minimale Unschärfen gibt es im historischen Detail (S. 93). Das kann die Qualität dieses Buchs aber nicht schmälern. Daniela Neuhaus legt eine kluge und sorgfältige Arbeit vor, die mit stringenter Anlage ebenso überzeugt wie mit argumentativer Klarheit, sicherem Urteil und schlackenfreier Sprache." (Bernhard Hofmann, in: nmz 5/2009, S. 45)
"Die Dissertation von Daniela Neuhaus befasst sich mit dem Prozess der Berufswahl von Lehramtsstudierenden mit dem Unterrichtsfach Musik und gibt einen Überblick über entsprechende neuere Forschungen, wobei auch Erkenntnisse aus der Soziologie, Psychologie und Genderforschung berücksichtigt werden. Die zunächst im Allgemeinen angesiedelten Theorien zur Berufswahl bilden schließlich den Ausgangspunkt für eine spezifisch auf den Beruf des Musiklehrers abgestimmte Untersuchung, die die Anbindung an bestehende Theorien sucht. Wichtig ist Neuhaus die Klarstellung, dass es sich bei der Berufswahl nicht um eine punktuelle Entscheidung, sondern um einen Prozess handelt, der mit der Studienwahl keineswegs abgeschlossen ist. So steht im Lehramtsstudium Musik wie Untersuchungen zeigen für etwa ein Viertel der Studierenden der Weg in den Lehrberuf noch nicht fest, etwa die Hälfte könnte sich eine Kombination mehrerer Berufe vorstellen. Neuhaus folgert daraus für eine zukünftige Studiengestaltung, dass ein deutlicherer Akzent auf das Studium als 'Explorationsphase' gelegt werden müsste, mit dem Angebot individueller Beratung zur beruflichen Zukunft, dem Aufzeigen verwandter Berufsalternativen und vor allem mit der Gewährung eines tiefergehenden Einblicks in die berufliche Praxis durch beispielsweise die gezielte Vermittlung von Schulpraktika. Inkludiert in die Untersuchung ist eine von Neuhaus durchgeführte Fragebogenstudie zur Studien- und Berufswahl. Trotz zahlreicher strukturbedingter Wiederholungen, die beim Lesen ermüden, werden Lehramtsstudierende, die ihre Berufswahl überdenken möchten, Anregungen aus der Lektüre gewisse gewinnen können." (Elisabeth Haas, in: ÖMZ 5/2009, S. 93f.)
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