Pressestimmen
"Warum setzen sich junge Leute als Berufsziel, Musiklehrkräfte an Schulen zu werden? Was motiviert sie, Schulmusik zu studieren? Vorurteile zu solchen Fragen sind leicht zu haben, auch zählebige Mutmaßungen: Beim Schulmusik-Aspiranten reicht das künstlerische Können nicht aus für die Karriere als Profimusiker die Studienwahl folgt also dem Shaw'schen dictum 'he, who can, does; he, who cannot, teaches'. Das Motiv ist weniger die pädagogische Tätigkeit, als vielmehr die Studienratslaufbahn, die mit materieller Sicherheit winkt.
Solch wohlfeilen Spekulationen stehen einige neuere Studien zur Studien- und Berufswahl von Musiklehrern entgegen. In die Serie verdienstvoller Arbeiten, die kraft empirischer Forschung belastbare Argumente bereitstellen und damit die Diskussion zum Thema in sachliche Bahnen zu lenken vermögen, reiht sich Daniela Neuhaus' Dissertation 'Perspektive Musiklehrer/ in' ein. [...] Im Kern der Arbeit steht eine Fragenbogenstudie. Befragt wurden 209 Studierende an Musikhochschulen (Köln, Saarbrücken) und Universitäten (Köln, Dortmund) in unterschiedlichen Lehramtsstudiengängen im Fach Musik. [...] Die Querschnittstudie führt zu aufschlussreichen Ergebnissen. Die Behauptung etwa, Schulmusikstudenten interessierten sich für den Lehrerberuf 'vor allem aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen und weniger aus pädagogischer Motivation', weist Neuhaus als 'insgesamt unbegründet' zurück. Vielmehr stehen bei den befragten Studierenden pädagogische Interessen sowie der 'Wunsch nach einer abwechslungsreichen, vielseitigen und kreativen' beruflichen Tätigkeit im Vordergrund (S. 278). [...] Daniela Neuhaus legt eine kluge und sorgfältige Arbeit vor, die mit stringenter Anlage ebenso überzeugt wie mit argumentativer Klarheit, sicherem Urteil und schlackenfreier Sprache." (Bernhard Hofmann, in: nmz 5/2009, S. 45)
"Die Dissertation von Daniela Neuhaus befasst sich mit dem Prozess der Berufswahl von Lehramtsstudierenden mit dem Unterrichtsfach Musik und gibt einen Überblick über entsprechende neuere Forschungen, wobei auch Erkenntnisse aus der Soziologie, Psychologie und Genderforschung berücksichtigt werden. Die zunächst im Allgemeinen angesiedelten Theorien zur Berufswahl bilden schließlich den Ausgangspunkt für eine spezifisch auf den Beruf des Musiklehrers abgestimmte Untersuchung, die die Anbindung an bestehende Theorien sucht. Wichtig ist Neuhaus die Klarstellung, dass es sich bei der Berufswahl nicht um eine punktuelle Entscheidung, sondern um einen Prozess handelt, der mit der Studienwahl keineswegs abgeschlossen ist. So steht im Lehramtsstudium Musik wie Untersuchungen zeigen für etwa ein Viertel der Studierenden der Weg in den Lehrberuf noch nicht fest, etwa die Hälfte könnte sich eine Kombination mehrerer Berufe vorstellen. [...] Inkludiert in die Untersuchung ist eine von Neuhaus durchgeführte Fragebogenstudie zur Studien- und Berufswahl. Trotz zahlreicher strukturbedingter Wiederholungen, die beim Lesen ermüden, werden Lehramtsstudierende, die ihre Berufswahl überdenken möchten, Anregungen aus der Lektüre gewiss gewinnen können." (Elisabeth Haas, in: ÖMZ 5/2009, S. 93f.)