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Erich Reimer
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Musicus und Cantor. Beiträge zur Gattungs- und Sozialgeschichte der Musik vom Mittelalter bis zur Gegenwart (= musicolonia, Bd. 2). 228 S., Notenbeisp., Register, Hardcover.
ISBN 978-3-936655-53-7
EURO 24,80
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Inhalt
- Vorwort
- Musicus und Cantor. Zur Sozialgeschichte eines musikalischen Lehrstücks
- Zur Geschichte des Kapellmeisteramtes an den deutschen Fürstenhöfen 15001750
- Giovanni Bononcini und die Institutionalisierung des Musiktheaters am Wiener Hof 16981711
- Die Polemik gegen das Virtuosenkonzert im 18. Jahrhundert. Zur Vorgeschichte einer Gattung der Trivialmusik
- Zum Strukturwandel des Konzertsatzes im 18. Jahrhundert
- Zur Geschichte des Begriffs Kammermusik
- Idee der Öffentlichkeit und kompositorische Praxis im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert
- Repertoirebildung und Kanonisierung. Zur Vorgeschichte des Klassikbegriffs 18001835
- Nationalbewusstsein und Musikgeschichtsschreibung in Deutschland 18001850
- Kritik und Apologie des Oratoriums im 19. Jahrhundert
- Musikalische Institutionen und Institution Musik
- Hermann Kretzschmars musikalische Hermeneutik und die Tradition des assoziativen Hörens
- Komponist und Publikum. Historische Reflexionen zur „Neuen Einfachheit“
- ‚Musikant’ und ‚Musik’. Zur Geschichte einer wechselvollen Beziehung
- Textnachweise
- Personenregister
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(Cover anklicken zum Vergrößern)
Der erste Beitrag der vorliegenden Aufsatzsammlung - Musicus und Cantor - kann sowohl in inhaltlicher als auch in methodischer Hinsicht als "Leitartikel" verstanden werden: Die in ihm behandelte, für die westeuropäische Musikkultur seit dem Mittelalter grundlegende Forderung nach theoretischer Fundierung der musikalischen Praxis kehrt in den weiteren, auf spätere Epochen bezogenen Beiträgen in veränderter Form wieder. Methodisch werden die dargestellten Entwicklungen des Musicus-Cantor-Lehrstücks nicht "im Sinne einer die Praxis ignorierenden Ideengeschichte", sondern "vor dem Hintergrund unterschiedlicher sozialer Kontexte und daraus resultierender Motivationen" interpretiert.
Die vierzehn Beiträge entstanden zwischen 1971 und 2004 und führen in ihrer Abfolge den Leser durch die Sozialgeschichte der Musik in Verbindung mit Einblicken in die Geschichte einzelner musikalischer Gattungen.
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Pressestimmen
"Als zweiter Band der von Arnold Jacobshagen und Christine Stöger herausgegebenen Reihe 'musicolonia' ist eine Sammlung von 14 größeren Aufsätzen Erich Reimers erschienen. Davon sind neun Aufsätze zwar bereits vor 20 und mehr Jahren entstanden, doch umreißen sie in orientierendem Charakter noch immer weitgehend gültige Forschungsstände (die durch inzwischen vorliegende Detailstudien freilich aufgefächert wurden). Angeordnet wurden die Aufsätze nicht in der Reihenfolge ihrer Entstehung, sondern als fortschreitender Gang durch die Sozialgeschichte der Musik, der Einblicke auch in die Entwicklung unterschiedlicher musikalischer Gattungen gewährt. [...] Das Buch ist vorzüglich redigiert. Und dass man es gerne immer wieder einmal zur Hand nehmen wird, dürfte auch ein Verdienst seiner qualitativ ansprechenden Ausstattung mit festem Einband, Buchdruckpapier und Lesebändchen sein - im Zeitalter von Paperback und Klebebindung ja keine Selbstverständlichkeit mehr." (Guido Erdmann, in: Die Tonkunst, April 2009, S. 244f.)
"Der sehr ansprechende Band aus der Reihe 'musicolonia“ vereint vierzehn Aufsätze des Musikwissenschaftlers und Kölner Hochschullehrers Prof Erich Reimer aus den Jahren 1971 bis 2004. Der gewählte Zusatz zum Sachtitel verrät die Blickrichtung: Sozialgeschichte der Musik und Geschichte einzelner Gattungen. Oft genug beeinflussen die Bedingungen musikalischer Tätigkeit die gewählten kompositorischen Mittel bis ins einzelne. Der Bogen reicht vom Amt des Kapellmeisters an deutschen Fürstenhöfen über das Musiktheater bis zu Oratorium und Kammermusik, von Repertoirebildung ('Klassik') über Reflexionen zur Musikgeschichtsschreibung bis zu neuen stilistischen Entwicklungen vor der letzten Jahrtausendwende. Der Autor stellt dieser vielfältigen Auswahl einen ausgedehnten Text voran, dem er selbst eine programmatische Geltung zuweist: 'Musicus und Cantor', eine nuancenreiche Studie zur Begriffsgeschichte, das Verhältnis zwischen Musikpraxis und deren theoretischer Fundierung seit dem Mittelalter behandelnd, die spannungsreiche Beziehung zwischen dem Musicus als dem rational verfahrenden Tonsetzer / Musikgelehrten als religiösem Sinngeber und dem Cantor als dem bloß reproduzierenden Sänger. [...]." (Karl-Ernst Went, in: Forum Musikbibliothek 1/2009, S. 78)
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