Noten edition dohr

Bücher

Tonträger

fermate

Service

e-mail
home

Eberhard Heymann

Wörterbuch zur Aufführungspraxis der Barockmusik
2., rev. u. erw. Auflage. 286 S., zahlr. Abb., Hardcover
ISBN 978-3-936655-50-6
EURO 32,80

(Cover anklicken zum Vergrößern)

Sie sind Liebhaber von Barockmusik oder einer ihrer zahlreichen Facetten? Dann wissen Sie sicher auch genau, was Accacciatura, Lyra Viol, Mitteltönige Temperatur oder Vielle bedeutet. Der Unterschied zwischen Chaconne und Passacaglia ist Ihnen auch geläufig. Oder besteht doch noch die eine oder andere Unklarheit?

Freunde der Barockmusik werden mit zahlreichen Fachbegriffen konfrontiert, die oft nur für die Musik dieser Epoche gelten. Für ein vertieftes Verständnis dieser Musik, erst recht für eine stilgerechte Aufführung ist eine Kenntnis der Bedeutung dieser Begriffe notwendig. Dabei will dieses Wörterbuch helfen.

Das Büchlein versteht sich als musikpraktisches Hilfsmittel, nicht als wissenschaftliches Werk. Dementsprechend steht nicht die heute von der Musikwissenschaft festgelegte Bedeutung vieler Begriffe im Vordergrund, sondern der Sinn, der den Wörtern in der damaligen Zeit beigelegt wurde, auch wenn sie damals oft mehrdeutig oder nicht exakt definiert waren. Wenn man nachträglich den Sinn von Begriffen definiert, besteht Gefahr, dass man die Intentionen der früheren Autoren verfälscht.

Pressestimmen

"Wenn ein Buch in der zweiten Auflage um 20 Seiten länger, äußerlich aber dünner geworden ist, dann kann das nur an der feineren Papiersorte liegen. So auch hier. der Autor hat die Chance ergriffen, die relativ schnell vergriffene erste Auflage seines Lexikons (was man wohl als ein gutes Zeichen ansehen darf) zu revidieren (also von Fehlern zu befreien) und zu erweitern (also neue Stichworte aufzunehmen oder alte durch das Hinzuziehen neuer Quellen oder Sekundärliteratur zu präzisieren). Man spürt es bei einer kursorischen Lektüre der einzelnen Artikel. Wie bisher legt der Autor wert auf die authentische Darstellung der Sachverhalte aus den Quellen vor 1800. Er reicht also keine eigenen Definitionen nach, sondern zitiert und erläutert die Beschreibungen aus jener Zeit, in der man die heute als barock bezeichnete Musik als neue Musik spielte und sich zum erstenmal zu verständigen suchte, wie sie aufzuführen sei. Auch moderne Sekundärliteratur, soweit sie nah am historischen Stoff bleibt, wird herangezogen.
[...] Dieses Lexikon gehört in die Hand jedes Musikers, der Barockmusik spielt oder singt. Er kann sich darauf verlassen, daß die Unmenge originaler aufführungspraktischer Werke dieser Epoche, die er unmöglich alle kennen und ständig um sich haben kann, durchforstet wurde und hier in komprimierter Form dargeboten wird. Jede Bibliothek mit entsprechendem Benutzerprofil, um nicht zu sagen Kundschaft, und die erste Auflage versäumte, sollte dieses äußerst nützliche Nachschlagewerk schleunigst einstellen. Die Nutzer werden es ihr danken. [...]" (Peter Sühring in: Forum Musikbibliothek 4/2008, S. 377f.)

"Barockmusik ist im Laufe der vergangenen Jahre immer beliebter geworden. Die stetig neue Suche nach authentischer Spielweise, das Bedürfnis nach vermehrter Information über das, was man eigentlich musiziert, all das macht auch vor den Musikliebhabern nicht halt. Daher ließ Eberhard Heymanns Wörterbuch zur Aufführungspraxis der Barockmusik aufhorchen und zog ein vielfältiges (Fach-)Presseecho nach sich. [...] Sein Konzept war (wahrscheinlich gerade, weil es nicht von einem direkten 'Fachmann' entwickelt worden ist) so erfolgreich, dass eine zweite Auflage notwendig wurde, die, um 20 Seiten gewachsen und im Bereich Violine und Trompete erweitert, von Fehlern und Ungenauigkeiten der Erstauflage befreit, jetzt gerade neu herausgekommen ist. Das eigentliche Ziel, aufführungspraktische Phänomene mit Hilfe zeitgenössischer Quellen darzustellen (back to the roots) und neuere Fachliteratur nur in Ausnahmefällen zu berücksichtigen, wurde beibehalten. Die einzelnen Stichworte werden griffig und lesbar (ohne allzu schlimmen Abkürzungswahn) dargestellt, Abbildungen und Notenbeispiele sind reichlich beigegeben. Das Literaturverzeichnis am Schluss bestätigt das Konzept des Autors: 12 Seiten mit Literatur und Quellen vor 1810 und nur 4 Seiten mit moderneren Titeln. Ein wichtiges Buch, das bei keinem Interpreten oder ernsthaften Hörer barocker Musik fehlen sollte." (Peter Gnoss, in: Tibia 2/2009, S. 442)

Pressestimmen zur ersten Auflage

"Das Buch ist kein wissenschaftliches Werk und dennoch darf es keinem Freund der Barockmusik und ihrer historischen Aufführungspraxis fehlen. Es ist ein Wörterbuch im gemeinten Sinne und gibt die Bedeutung der Begriffe so wieder, wie sie in der Barockzeit verstanden wurden. Viele Fachbegriffe begegnen den Interpreten heute in einem Kontext, der speziell für die Barockzeit gebräuchlich war. Heymann erläutert diese Begriffe auf der Basis vieler historischer Quellen auf ihren Ursprung hin. Jedem Praktiker der barocken historischen Aufführungspraxis verhilft er dadurch der Gefahr zu entgehen, gewissen Begriffen von ihrem Sinn her eine verfälschte Intention zu verleihen, die dann konsequenter Weise zu einem Irrweg führen können." (ci in Kirche im Bistum Limburg 1/2008, S. 44)

"Bereits ein Blick auf das umfangreiche Verzeichnis der konsultierten historischen Quellen, die als unmittelbare Grundlage der Begriffs- und Zeichenerklärungen in den Einträgen dienen, macht den hohen Wert der außerordentlich instruktiven Publikation evident. Ein Standardwerk für die Praxis." (Michael Wackerbaur, in: Buch-Tipps, in: nmz Mai 2007)

"[...] In streng alphabetischer Anordnung (mit vielen nützlichen Querverweisen) wird eine kleine Enzyklopädie der Barockmusik in lexikalischer Form geboten, die anscheinend alle möglichen Fragen zu allen Wissensgebieten (Tanzformen, Instrumentenkunde, Musikgattungen, Spielanweisungen etc.) umfasst. Es geht beispielsweise um die solistische und chorische Gesangskunst jener Zeit, die in dem fragwürdigen Epochenbegriff 'Barock' summiert wird, um die Manieren im Gebrauch der Stimmen und Instrumente, um Begriffe, Ausdrücke oder auch nur symbolische Zeichen, mit denen man sich damals in Europa (aber in jeden Land, jeder Region, jeder Stadt auch ein bisschen anders) verständigte. Worüber man aus groben Gesamteinführungen oder parteiischen Bekenntnisschriften im Grunde unbelehrt und desorientiert wieder herausgeht, darüber wird man hier mit der gebotenen Genauigkeit und Vorsicht informiert. Wie in sich unstimmig und zerbrechlich diese Informationen manchmal sind oder sein müssen - daraus macht Heymann keinen Hehl und führt damit indirekt sein Unternehmen hinterlistig etwas ad absurdum. 'Lasst fahren dahin alle Sicherheit!' ist das geheime Motto dieses Buches. Jeder Musiker aus der sogenannten Alte-Musik-Szene, der mit dem Brustton der Überzeugung sagen wollte: 'Nur so ist es richtig', würde hier eines Besseren belehrt. Das Bessere bestünde in dem eingestandenen Experimentalcharakter aller Aufführungen barocker Musik heutzutage. [...]" (Peter Sühring in: Forum Musikbibliothek Jahrgang 28, Heft 200/71, S. 63)

"[...] Auf 242 zweispaltigen Seiten mit ergänzenden Abbildungen wie kurzen Notenbeispielen, übersichtlichen Tabellen, Schemata und wenigen bildlichen Schwarz-Weiß-Darstellungen stehen kurze Erklärungen, oft mit Verweis auf zeitgenössische Quellen, in denen der jeweilige Begriff vorkommt, wie bei 'cadence feinte (franz.): Trugschluss BROSSARD-1703', bis hin zu längeren Artikeln – so umfassen die Erläuterungen des Stichwortes 'Generalbaß / Generalbass' etwas mehr als drei Seiten. Der 15-seitige Anhang besteht aus Literaturhinweisen und ist aufgeteilt in vor 1800 publizierte Literatur, aufgrund derer sich die im lexikalischen Teil genannten Kürzel mit Autor und Jahreszahl aufschlüsseln lassen, und in Sekundärliteratur, die knapp 100 Titel enthält. Der Primärquellenteil ist logischerweise der größere (fast 300 Angaben). [...] Wer nach relativ ausgefallenen Instrumenten sucht, kann fündig werden: Der Colascione, ein Lauteninstrument, fehlt ebenso wenig wie das Pantaleon (jedoch mit sächlichem, nicht männlichem Artikel), ein großes Hackbrett. Beider Herkunft und Verbreitung bleiben nicht unerwähnt. [...] Da sich Heymann über eine heutige Normierungstendenz der historischen Aufführungspraxis wundert, formuliert er für das Wörterbuch folgenden Wunsch: 'Vielleicht kann es vergessene Details wieder ans Licht bringen, auch wenn sie zu keiner Theorie zu passen scheinen.' (Vorwort, S. 5).
Wie positiv sich die Sammelleidenschaft des Autors auf die Begriffsklärungen ausgewirkt hat, zeigt sich eindrucksvoll bei der Thematik, die um Verzierungen kreist. Selbst jahrelang auf der Suche nach einem Beleg für den italienischen Ausdruck 'ribattuta' als schnelle Tonrepetition bei einer Gesangsverzierung (und nicht in der anderen Bedeutung für eine Art Triller mit Sekundschritt), habe ich in diesem Wörterbuch nun endlich einen Hinweis gefunden (Giulio Caccini: Le nouve Musiche, Florenz ²1602, Repr. Hildesheim 1969). Die zweite Bedeutung unter dem Stichwort 'trillo' bezeichnet diesen als Synonym für 'ribattuta'.
Eberhard Heymann deckt in seinem Wörterbuch ein weites Spektrum musikalischer Termini aus der Barockzeit ab, die durch allgemeine Quellennennung (wenn die Stichworte nicht in zahlreichen Publikationen vorkommen) oder auch durch Kurzdarstellung des geschichtlichen Hintergrundes erläutert sind [...] – in seiner Vielseitigkeit ein Gewinn auf dem Büchermarkt." (Almut Jedicke in: Die Tonkunst Jahrgang 1, Heft 2/2007, S. 158f.)

"[...] Mit der Präzision und der Umsicht des Naturwissenschaftlers geht er an die Aufgabe heran: Fragen, die nicht geklärt werden können, lässt er offen; Gegensätze, die sich aus den Untersuchungen ergeben, bleiben bestehen. Er vermeidet es, die Ästhetik zur Lösung aufführungspraktischer Fragen heranzuziehen. Nur selten möchte man noch fehlende Informationen ergänzen.[...] Zahlreiche und übersichtliche Tabellen und Notenbeispiele erleichtern das Verständnis; besonders bemerkenswert finde ich die Tabelle über nahezu alle Verzierungszeichen mit der Zuordnung zu den entsprechenden Komponisten (S. 126f.). Es ist dem Autor gelungen, auf nur ca. 250 Seiten ein Kompendium vorzulegen, das der Verzierungskunst der Barockzeit trotz aller Personal- und Nationalstile überblickend gerecht wird. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass das Spiel dieser Musik darüber hinaus stark geprägt ist durch kundige bzw. „geregelte” Improvisation!
Das „Wörterbuch” ist für den engagierten, musizierenden Laien, der sich der Barockmusik verschrieben hat, bestimmt eine große Hilfe. Aber auch der ausgebildete Musiker kann hier schnell Antworten finden auf Fragen der Aufführungspraxis oder er findet Hinweise auf weiterführende Fachliteratur." (Reinhard Lüttmann in: 'rohrblatt 4/2006)

"Eberhard Heymann, eigentlich Naturwissenschaftler von Beruf, fiel beim eigenen Musizieren auf, wie viele Begriffe, die in barocken Kompositionen als Aufführungshinweise auftauchen, ungeklärt sind oder dogmatisch verwendet werden. So kam ihm die Idee zu einem Wörterbuch, das die damals gebräuchlichen Begriffe nicht mit modernen Definitionen erklärt, sondern die der historischen Quellen verwendet. Dabei entstand eine wertvolle Hilfe zum Verständnis der barocken Aufführungspraxis. Von ‚abbellimento’ bis ‚Zwicker’ werden auf 266 Seiten in großer Dichte und bewunderungswürdiger Sammelarbeit Hunderte von Begriffen geklärt. Schon allein diese Fülle macht dieses Buch zu einem unentbehrlichen Nachschlagewerk für alle, die Barockmusik spielen. Ein umfangreiches Quellenverzeichnis ermöglicht es, vom Autor aufgezeigte Spuren weiterzuverfolgen. Besonders verdienstvoll ist die akribische Zusammenstellung aller Symbole für die verschiedenen Verzierungen mit Verweis auf ihre Quellen. Was man bislang in verschiedenen Quellenwerken mühsam suchen musste, wird hier in prägnanter Kürze und in Form einer übersichtlichen Tabelle gezeigt. Die Tugend naturwissenschaftlichen Sammelns und Ordnens wird so für die Musik fruchtbar. [...] Doch abgesehen von [...] kleinen Inkonsequenzen, die hoffentlich in einer weiteren Auflage beseitigt werden können, hat dieses Buch das Zeug zu einem Standardwerk für die Aufführungspraxis von Barockmusik." (Franzpeter Messmer in: Das Orchester 12/2006)

"Nicht zu fassen, wie viele musikalische Fachausdrücke es gibt, die alleine in der historischen Aufführungspraxis gebräuchlich sind. Gut, dass sie hier in einem Band zusammengefasst und anschaulich erklärt sind. […] Ausführlich behandelt werden natürlich Schlüsselbegriffe wie 'Affektenlehre' oder 'Manieren', Instrumente wie Cembalo oder Viola da gamba werden erklärt. Alles in allem ein profundes Nachschlagewerk, in dem man alles Wissenswerte zur Alten Musik findet, komprimiert zusammengefasst im Sinne lexikalischer Artikel." (aus: Württembergische Blätter für Kirchenmusik 5/2006)

"Da man in Heymanns Buch – das er selbst ungeachtet des Umfangs von 265 Seiten als 'Büchlein' bezeichnet – in aufführungspraktischen Fragen einiges mehr erfährt als in anderen einbändigen Musiklexika, kann es seinem Anspruch, aus der Praxis für die Praxis geschrieben worden zu sein, durchaus gerecht werden. Die entsprechenden Einträge in der MGG oder im New Grove kann und will es nicht ersetzen." (Matthias Hengelbrock in: Musik und Kirche Nov./Dez. 2006, S. 433)

"Interessant ist die Fülle der im Buch genannten Begriffe. Hier lässt sich so manches entdecken, von eigentümlichen Sonderschreibweisen wird auf die gebräuchlichste Form verwiesen, unter diesem Stichwort sind dann auch Erläuterungen zu finden." (KLP in musica sacra 06/2006, S. 401f.)

aktualisiert Mittwoch, 3. August 2011
© 1998-2011 by Verlag Christoph Dohr Köln / edition dohr