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Pressestimmen
"Versammelt sind Aufsätze eines Jahrzehnts: Statt befürchteter Glorienmalerei ist dabei umfassende Auseinandersetzung angesagt. Wer das vorliegende Buch gründlich liest (und dazu sei eingeladen) erfährt vielerlei, meist umsichtiger, weitsichtiger Argumentation sich verdankend. Anders als jene Mühen der Geschichte, die der Autor nicht scheut, auf sich zu nehmen ist mit Wagner nicht umzugehen. [...] Was über Heiner Müllers Bayreuther 'Tristan'-Inszenierung, über Christoph Schlingensiefs Bayreuther 'Parsifal' und zwei Wagner-Inszenierungen von Peter Konwitschny zu lesen ist, hebt sich erfreulich von gängigen, häufig autorisierten Verurteilungen ab. Dass nicht anders denn experimentell mit Wagner umzugehen sei, hat Theodor W. Adorno in den Sechzigerjahren apodiktisch, dennoch rechtens festgehalten. Experimentellem Zugriff gehorcht denn auch das Unterschiedliche der Aufsätze, ihrer Schreibweise dem vielgliedrigen Essay steht der fiktive Dialog, auch der Brief zur Seite. Gibt es im Vorliegenden Lücken? Gewiss! Dass Musik zuwenig berücksichtigt sei, hat der Autor selbst einleitend vermerkt. Einsprüche? Gewiss! Nicht unwidersprochen darf bleiben, dass das Scherzo der C-Dur-Symphonie kaum über das der Siebenten Symphonie von Beethoven hinaus kommt. Die ganze Symphonie betritt anderes Terrain als Beethoven; unüberhörbar dürften Anklänge an den ersten Satz der 'Symphonie phantastique' von Berlioz sein. [...] Dennoch dürfte der Band für Fachleute und Nicht-Fachleute gleichermaßen interessant sein." (Gerd Rienäcker, in: Österreichische Musikzeitung 6/2008, S. 85f.)
"Frank Pionteks Aufsatzsammlung 'Plädoyer für einen Zauberer' [ist] gar nicht genug zu rühmen. Auf stattlichen 670(!) Seiten gelingt dem Bayreuther Germanisten eine facettenreiche Tour d'horizon mit immer wieder äußerst originellen Annäherungen an Wagner und die Folgen (etwa einer dramaturgisch gut arrangierten Wagner-Verdi-Collage), das Ganze ebenso kenntnisreich wie witzig verpackt." (Alexander Dick in: Badische Zeitung vom 13. Februar 2008, S. 13)
"Frank Piontek lebt in Bayreuth, forscht, spricht und schreibt dort (nicht ausschließlich, aber oft) über Wagner, vor allem in den Festspiel-Nachrichten und die bekommt der durchschnittliche Wagnerianer nur zu Gesicht, wenn er Karten ergattert hat, also günstigstenfalls in jedem siebten Jahr. Es war also sinnvoll, Pionteks Wagner-Studien der Jahre 1995 bis 2005 (in dieser Zeit hat es der durchschnittliche Wagnerianer höchstens zweimal nach Bayreuth geschafft) in Buchform herauszugeben. Der imponierend umfangreiche, schön gedruckte und gebundene Band enthält 65 Texte unterschiedlichen Umfangs und Charakters; mehr als ein Dutzend war bisher unveröffentlicht, etwa ein Aufsatz über Wagner als Leser von Dantes 'Divina Commedia', der auch auf Liszts Dante-Symphonie eingeht. [...] Das Buch ist eine Fundgrube. Wer nicht nur am Beziehungszauber in Wagners Musik, sondern auch am Zauber der Beziehungen um Wagner interessiert ist, sollte es sich nicht entgehen lassen." (Albert Gier in: opernwelt Sept./Okt. 2007, S. 14f.)
"[...] Die einzelnen Abschnitte sind voneinander unabhängig, so dass es gleichgültig ist, bei welchem Kapitel der Leser mit der Lektüre des 671 Seiten dicken Buches beginnt. Lohnend ist die Anschaffung des Buches allemal, da es stilistisch gut geschrieben ist und interessante Inhalte aufweist, mag auch die musikalische Seite etwas zu kurz kommen. Die Ausführungen zu Wagners Sieben Kompositionen zu Goethes 'Faust', seine Ouvertüre zu Schillers Braut von Messina, der C-Dur-Symphonie, seiner frühen B-Dur-Sonate und seiner Bearbeitung von Donizettis La Favorite sind recht aufschlussreich. [...] Man ist überrascht, wie viele neue Facetten der Autor an das Tageslicht bringt. Leider enthält das Buch aber auch einige - vermeidbare - Fehler. Hier hätte ich mir von dem Autor eine etwas bessere Recherche erwartet. Abgesehen davon handelt es sich bei diesem dicken Wälzer um ein gutes, lesenswertes Buch, dessen Lektüre wärmstens empfohlen werden kann." (Ludwig Steinbach in: Forum Musikbibliothek Jg. 27 [2006], S. 388f.)
"[...] Frank Piontek zielt nach eigener Aussage auf Dinge ab, die bisher noch nicht über Wagner gesagt wurden. Dabei wählt er den Weg über den Vergleich: er beschreibt die Herkunft von Wagners Ideen, seine Veränderungen der Vorlage(n) und hin und wieder die sich abzeichnende Stringenz in der Entwicklung von Figuren und Szenerien. Hierbei hat Piontek gründlich gearbeitet und sicher viele Parallelen und Gedankenstränge aufgetan, die bisher in dieser Form nicht beschrieben wurden. Insofern hat der Autor sein Ziel, Neues zu finden, mit Sicherheit erreicht. Gerade die Ausführungen über Wagners Tristan, den Ring und Parsifal, deren mannigfaltige Abstammungen und vor allem deren Nachfolge in ihrer ganzen Varianz lassen sich mit Gewinn lesen. Historische Vorlagen werden präsentiert und die Veränderungen diskutiert, Wagners Ideenwelt wird aber fortgesetzt für sich beschrieben. Sowohl die Spuren der Tradition als auch die Teile, in der die Originalität des Komponisten zutage tritt, werden nachgezeichnet. […]
Richard Wagners Werk hat bislang allzu viel Aufmerksamkeit von haltlos argumentierenden Interpretatoren, sich unermüdlich wiederholenden Biographen und obskuren Esoterikern bekommen. Dafür kann Piontek nichts. Seine Ausführungen sind stichhaltig, interessant und hilfreich. […]" (Mirkko Stehn in: Die Tonkunst 7/2007, S. 309f.)
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Die Sentenz, dass über Richard Wagner fast alles schon gesagt sei, gehört zum Gemeingut des Halbgebildeten. Tatsächlich gibt es immer noch Aspekte, die mehr oder weniger unausgeleuchtet sind. Wer unter Wagners Quellen sucht, seine Figuren (etwa Klingsor, den Drachen, Alberich) genauer unter die Lupe nimmt und die Wirkung betrachtet, die sein Werk hervorbrachte, ist immer wieder erstaunt, wie viele Details in immer neue Zusammenhänge gebracht werden können. Wer an Orte reist, die mit Wagner und seinem Werk zu tun haben (etwa Wien, Eisenach oder Salzburg), wird stets neue Spuren des Komponisten und seiner Werke finden. Wer in die Tiefen der Musik- und Literaturgeschichte schaut (hin zu Berlioz, Verdi, Pleyel oder Fontane), kann immer noch hoffen, Fundstücke ans Licht zu bringen.
Inhalt
Vorwort
Von Auerbach nach Bayreuth. Sieben Variationen über Sieben Kompositionen zu Goethes Faust.
Welche ich für gelungener hielt... Wagners Braut von Messina.
Ein Beethovensches Heldenbild. Richard Wagners C-Dur-Symphonie.
Mehr als ein kleiner Sextaufschwung. Wagners Favorite.
Seefahrt tut Not oder Die unendliche Fahrt. Anmerkungen zum Fliegenden Holländer
und sonst allerlei.
Das Große im Kleinen. Eine Miscelle über Miscellen bei Wagner.
Katzen, Kirchen, Kuchen. Auf Tannhäusers Spuren in Eisenach.
Herbststimmung aus ‚Tanhäuser’. Bertolt Brecht und Richard Wagner.
Produktive Zerschnipselungen. Tannhäuser-Collagen von gestern und heute.
Unendlich traurig. Peter Konwitschnys Tannhäuser.
Von Wunderkesseln und Liebespaaren. Der „keltische“ Wagner.
Lohengrin und die Orangen. Ein Motiv auf einem Orangenpapier.
Ze Stockhalm sluoc den wurm. Telramund, der Drachentöter.
Das „allertraurigste“ Stück. Peter Konwitschnys Lohengrin.
Gottfried von Straßburg: Tristan und Isolde.
Und schiet er weinende dan. Versuch über den traurigen König.
Träume und Fragmente. Tristan in der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts.
Der französische Tristan. Ernest Chausson und seine Arthus-Oper.
Tristans Meerfahrt. Paul Claudel und Richard Wagner.
Tristan exotique. Olivier Messiaens Turangalîla-Symphonie.
Aber in der Nacht und allein entstehen die erratischen Monologe. Einige Tristan-Erinnerungen
in Malina.
Bayreuth, Beckett und ein Brief. Heiner Müllers „absurder“ Tristan.
Die Meistersinger von Nürnberg
Ein altes Buch, vom Ahn vermacht. Friedrich Furchaus Hans Sachs und andere Quellen
der Meistersinger.
Der Dichter als Bürger und Socialdemokrat. Hans Sachs im Jahrhundert Richard Wagners.
So wird man bei guten Freunden empfangen. Richard Wagner in Stuttgart.
Die Versöhnung von Kunst und Handwerk. Zur Nürnberger Meistersinger-Partitur.
Ein Angedenken, klar und fest. Auch ein Meistersinger: Otto Nicolai.
Wie ein Bild von Makart! Ein Fundstück zu den Meistersingern von Nürnberg.
Von der Neiße an die Pegnitz. Hans Sachs und sein Görlitzer Chronist.
Nachtgedanken in F-Dur. Der Nachtwächter der Meistersinger.
Nürnberg ist überall. Peter Konwitschnys Meistersinger von Nürnberg.
Aus den dürftigsten Bruchstücken einer untergegangenen Welt. Richard Wagner liest
Jacob Grimms Deutsche Mythologie.
Oberon, der schöne Zwerg. Von Weber zu Wagner - Aspekte einer Figur.
Wie ein Drache auszusehen hat. Richard Wagners Drachenkampf.
Große Hure und Irdisches Jerusalem. Die Stadt im Werk Richard Wagners.
Nordischer Saal. Wagner in Berlin.
Vollendet in Ton- und Klangfülle. Wotan Pianos.
Jugendstil à la Wagner. Emil Kellermanns Nürnberger Rheingoldkassette.
Germanische Opiate. Alfred Kämpfs Wagner-Kritik.
Plädoyer für einen Zauberer. Einige Anmerkungen zu Klingsor.
Neapel ist ein Rausch. Richard Wagner in Neapel.
Meister und Madonna. Ein Weihnachtsbild in Wahnfried.
Den Gral zu erlangen... Isaac Albéniz und sein Merlin.
Von der Sinnsuche am Ende des Jahrtausends. Über einige neudeutsche Parzivals.
Neues vom Gral. Eine Fortsetzungssuche.
Wie verlasse ich Bayreuth? Christoph Schlingensiefs Parsifal.
Dergleichen gibt es bei Dante... Wagner liest Dante.
Abendmahl und Allelujah. Gebet und Ritual bei Richard Wagner.
Ein Zeitgenosse Edisons. Wagner und die Medientechnik.
Ein König und einige Kollegen
Der Sparren im Kopf oder König Tristan. Skizze zu Ludwig II.
Ein Meister doch kein Lehrmeister. Ignaz Pleyels zarte Beziehung zu Richard Wagner.
Loben die Reißiger furchtbar! Carl Gottlieb Reißiger.
Auch bin ich wahrlich nicht gleichgültig gegen ihn! Wagner und Berlioz.
Er ist verrückt!!! Eine Verdi-Wagner-Collage.
Auch sei es ein ächtes Produkt. Die merkwürdige Liebschaft von Johann Strauß und Richard Wagner.
Außergewöhnliche Reisen. Jules Verne trifft Richard Wagner.
Der Hexenmeister von Bayreuth. Theodor Fontane und Richard Wagner: Eine Un-Beziehung?
Ich hätt' ihn für feiner gehalten. Franz Kafka als Wagnerianer.
Zwiespältig und unerquicklich. Hermann Hesse über Richard Wagner.
Mozart, Wagner, Bruckner. Von musikalischer Romantik.
Wagner, Dvorák, Mahler. Der gebrochene Volkston.
Dvorák, Wagner, Mahler. Halekačka und Choral.
Wagner, Tschaikowsky, Mahler. Die Einsamkeit des Individuums.
Wagner im Wilden Westen. Sundance Kid als Wagnerianer.
Nilpferde im Festspielhaus. Richard Wagner in Paris.
Schatz, die Nibelungen sind da! Der erste Richard-Wagner-Film.
Da hätt ich ein Kind, und auch ein Weib. Das Junker-Haus zu Lemgo.
Wagners Wien. Eine Spurensuche.
Das Trojanische Pferd trifft Tristan und Isolde. Wagner-Aspekte der Salzburger Festspiele.
Abschied von Bayreuth. Richard Wagners Grab.
Nachweise
Bilder
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