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Dr. Bodo Bischoff

Monument für Beethoven. Die Entwicklung der Beethoven-Rezeption Robert Schumanns.
564 S., 30 Notenbeispiele, 25 Grafiken, 16 Tabellen, 40 SW- und 13 farbige Abbildungen (Faksimiles). Hardcover
ISBN 978-3-925366-26-0
EURO 74,80

Inhalt

  • Inhaltsverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Siglenverzeichnis
  • Vorwort

Einleitung

  • Zur Methodik und zu einigen allgemeinen Aspekten
  • Anmerkungen zur Quellenlage und zum Stand der Schumannforschung
  • Zur Beethoven-Rezeption Schumanns in der Literatur
  • Technische Hinweise

Schumanns Jugendzeit

  • August Vollert, Schumanns allererster Musiklehrer?
  • Die Deklamatorisch-musikalischen Abendunterhaltungen am Zwickauer Gymnasium
  • Schumanns Jugendorchester und die Quartettabende im Hause Carus und Schlegel
  • Die Sinfonia eroica vierhändig und eine Beethovensche Sinfonie in Dresden
  • Zusammenfassung

Leipziger Interim: Mai 1828 bis Mai 1829

  • Schumanns Klavierstudien
  • Entzückung - Zustand und Wertung. Zur Erstrezeption der Sinfonik Beethovens
  • Beethoven in Schumanns literarischen Versuchen und Aphorismen
  • Exkurs: Anmerkungen zum Geniebegriff des jungen Schumann
  • Die 17 Quartettunterhaltungen und andere private Kammermusiken
  • Exkurs: Zum Begriff des Bizarren und zu seiner Verwendung in Rezensionen Beethovenscher Werke
  • Aspekte des Bizarren in Beethovens Klaviertrio op. 97 - Versuch einer Annäherung
  • Beethoven-Spuren im Klavierquartett op. V
  • Zusammenfassung

Die Heidelberger Zeit

  • Der Jurist und Musikliebhaber Justus Thibaut
  • Schumanns Klavier- und Kammermusikstudien in Heidelberg
  • Zur Rezeption von Beethovens 2. Sinfonie
  • Zusammenfassung

Die Leipziger Jahre I: 1830 bis 1833

  • Schumanns Musikbibliothek aus dem Jahre 1830
  • G.W. Fink und Robert Schumann Über das Beethovenspielen von Kindern
  • Konzertbesuche von Oktober 1830, bis März 1833
  • Schumanns Klavierstudien in den Jahren 1831/32 und sein Handleiden
  • Beethovens Sonaten op. 54 und op. 106
  • Ein harmonisches Exzerpt in Schumanns Skizzenbuch 1
  • "Ziellosigkeit"": Analytische Anmerkungen zur "Hammerklaviersonate"
  • Schumann und die Beethoven-Kritiken in der AMZ
  • Beethoven's Compositionsstudien
  • Sinfoniezeit
  • Zu Schumanns Erstrezeption von Beethovens 4. Sinfonie und zu seinen Auszügen Beethovenscher Werke
  • Etüden in Form freier Variationen über ein Thema von Beethoven
  • Beethovensche Werke in Schumanns Notizen über Leipziger Konzerte [1833]
  • Zusammenfassung

Die Leipziger Jahre II: 1834 bis 1840

  • Exkurs: Anmerkungen zu Schumanns Briefverzeichnis
  • Zur Beethoven-Pflege in Schumanns Freundeskreis
  • Ludwig Schuncke und Henriette Voigt
  • Felix Mendelssohn Bartholdy
  • Fidelio und Egmontgeschichten
  • Zur Rezeption der späten Streichquartette Beethovens
  • Die Fantasie C-Dur, op. 17 oder: Sonate für Beethoven
  • Zur Entstehungsgeschichte der Fantasie C-Dur, op. 17
  • Fantasie und Form: Zur formalen Anlage der Fantasie C-Dur, op. 17
  • Beethoven und der innerliche Faden
  • Metrum, Takt und Großrhythmus
  • Wien - die Stadt Beethovens und Schuberts
  • Zu Schumanns Rezeption der Beethoven-Literatur
  • E.T.A. Hoffmann, Ignaz von Seyfried und die Artikel in der AMZ
  • Die musikhistorischen Werke von Georg Kiesewetter und Christian Müller
  • Aufsätze über Beethoven in der NZfM von fremder Hand
  • Biographische Notizen von Wegeler und Ries
  • Bettina von Arnim und die biographischen Schriften Schindlers
  • Zusammenfassung

Beethoven und sein Werk in Schumanns Artikeln für die NZfM von 1834 bis 1844

  • Charakter und Wesen Beethovens und ihre Beziehung zu seinem Schaffen
  • Die frühen Beethoven-Aufsätze
  • Zu Einzelaspekten in Beethovens Werk
  • Der umstrittene Kontrapunktiker Beethoven
  • In Beethovens Werkstatt: Die vier Ouvertüren zu Leonore (Fidelio)
  • Überschriften und Programme - Für und Wider
  • Schumanns Bemühungen um eine Textkritik der Werke Beethovens
  • Fantasie und Form oder Ordnung in der Unordnung
  • Exkurs: Zur Bedeutung von Tonarten, Tonartencharakter und -disposition in Schumanns Schriften
  • Beethovens Spätwerk
  • Zusammenfassung

Die Leipziger Jahre Ill: 1840 bis 1844

  • Die Haslingersche Ausgabe der Klaviersonaten Beethovens
  • Partiturspiel Beethovenscher Werke und erneutes
  • Studium der Streichquartette
  • Schumann als Lehrer am Leipziger Konservatorium
  • Zur Erstrezeption Beethovenscher Werke durch Schumann
  • Zusammenfassung

Die Dresdner Jahre: Dezember 1844 bis September 1850

  • Einführung von Abonnementskonzerten in Dresden durch Hiller und Schumann
  • Exkurs: Eine ganz andere Art zu componiren
  • Missa solemnis und Meeresstille und Glückliche Fahrt: Schumann als Dirigent der Dresdner Liedertafel und des Vereins für Chorgesang
  • Zusammenfassung

Die Düsseldorfer Jahre: 1850 bis 1854

  • Schumann als Dirigent Beethovenscher Werke in Düsseldorf
  • Schumanns Dirigierpartituren Beethovenscher Werke
  • Schumanns Dirigierpartitur der 7. Sinfonie Beethovens
  • Schumanns Veränderungen der Metronom-Angaben in seinen Dirigierpartituren der 6. und 7. Sinfonie von Beethoven
  • Schumanns Musikbibliothek
  • Das Klaviertrio Nr. 3, g-Moll, op. 110
  • Exkurs 1: Zu Schumanns Auseinandersetzung mit Theoretika
  • Exkurs 2: Zur Tonartendisposition in Werken Beethovens
  • Exkurs 3: Zur Tonartendisposition in Kammermusikwerken Schumanns
  • Form, Tonartenbewegung und -disposition im Klaviertrio op. 110
  • Alte und neue Wege der motivisch-thematischen Arbeit in der 4. Sinfonie Schumanns
  • Principium ante principium: Gestalt und Funktion der langsamen Einleitung zum 1. Satz der 4. Sinfonie
  • Principium post principium: Gestalt und Funktion des 1. Themas im 1. Satz der 4. Sinfonie
  • De uno vinculo circuli
  • Zusammenfassung

Anstelle eines Schlußwortes:Versuch über Selbstwertgefühl

  • Anhang 1: Zeittafel - Begegnungen Schumanns mit Werken Beethovens
  • Anhang 11: Abbildungen
  • Verzeichnisse und Register
  • Verzeichnis der Graphiken
  • Verzeichnis der Tabellen
  • Literaturverzeichnis
  • Personen- und Werkregister
  • Sachregister

Zusammenfassung

Die Beethoven-Rezeption Schumanns kann in der Vielfalt ihrer unterschiedlichen "Rezeptionskanäle" als paradigmatischer Modellfall gelten. Abgesehen von zahllosen Konzert­besuchen (ab 1828) und Hauskonzerten, in denen Schumann Beethovensche Musik hört und auf selber aufführt, eignet er sich in jungen Jahren (ab 1827/28) Sinfonien im Spiel zu vier Händen an, spielt selbst Beethovensche Kammermusik (ab 1828/29) – vor allem die Klaviertrios op. 1 und op. 97 –, betreibt Kompositions- und Instrumentationsstudien, indem er Auszüge von Sinfonien und der Leonorenouvertüre Nr. 3 anfertigt (ca. 1833). Er lernt die späten Streichquartette in häuslichen Proben und öffentlichen Konzerten des David-Quartetts kennen (1836-38) und betreibt später mit seiner Gattin Clara Partiturspiel und -studium von Ouvertüren und Sinfonien (1841). Neben der intensiven Beschäftigung mit dem kompositorischen Werk erschließt er sich durch Lektüre der jeweils aktuellen Beethoven-Biographien sowie biographischer Schriften und Artikel auch die Lebensgeschichte des großen Vorbildes. Die Abfolge dieses Prozesses kann anhand von Tagebüchern, Briefen und anderen autographen Schriften chronologisch und anhand der zum großen Teil erhaltenen Handexemplare aus Schumanns Musikbibliothek inhaltlich rekonstruiert werden. So ist es möglich, die Ausstrahlung der verschiedenen, von ihm gelesenen Bücher und Artikel in seinen eigenen Schriften und Beiträgen für Musikzeitungen etwa durch übernommene Zitate und Adaptionen nachzuweisen. Als Musikschriftsteller, Herausgeber und Redakteur der Neuen Zeitung für Musik nimmt er von 1834-1844 kämpferisch Einfluß auf das kulturelle Leben in deutschen Landen und bestimmt maßgeblich die ästhetische Auseinandersetzung um Werk und Wirken Beethovens. So wird er nicht müde, besonders auf die herausragende Bedeutung des Spätwerkes und – was in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durchaus eine Seltenheit darstellt – vor allem der späten Streichquartette hinzuweisen, die er als Gipfel des in der Kunst Denkbaren ansieht. In Dresden (ab 1847) und Düsseldorf (1850-1853) schließlich führt er als Chor- und Orchesterleiter Beethovensche Werke öffentlich auf und fügt somit der facettenreichen Palette seiner Bemühungen um Beethoven und sein Œuvre die letzte noch fehlende, die der Interpretation des Dirigenten hinzu.

Der Lebensweg Schumanns und sein Werdegang als Komponist ab 1828 läßt sich beschreiben als ein beständiges Kreisen auf immer neuen, sich progressiv entwickelnden Bahnen um Werk und – im weitesten Sinne des Wortes – um die Gestalt Beethovens. Seine Beethoven-Rezeption führt vom Stadium einer jugendlich enthusiastischen, eher emotional eingefärbten Verehrung, dem passiven Ergriffen-Werden, über die intensive Auseinandersetzung und das Studium der Werke zum aktiven Begreifen und Verstehen, zum Denken in Musik. Sie läßt sich formelhaft als ein Prozeß fortschreitender Objektivierung charakterisieren.

Grundlegend für die Erforschung der Beethoven-Rezeption Schumanns ist im Anhang der Arbeit eine 55 Seiten umfassende Zeittafel zusammengestellt, in der aus mehr als 30 meist autographen Quellen sämtliche z. Z. belegbaren Begegnungen Schumanns mit Werken Beethovens von seiner frühesten Jugend bis zum Jahr 1854 verzeichnet sind. In dieser einige hundert Nachweise enthaltenden Datenbank werden neben den Werkbezeichnungen und Anlässen jeweils dezidiert die Quellen angegeben, wodurch sie über die in diesem Buch behandelten Themen hinaus für weitergehende Fragestellungen zu einem nützlichen "Datensteinbruch" wird.

Anhand von Modellanalysen mit jeweils spezifischer Fragestellung und Methodik wird der Frage nach der kompositorischen Umsetzung der Beethoven-Rezeption Schumanns in seinen Werken nachgegangen.

Pressestimmen

"...er breitet vor dem Leser eine profunde Fülle an Details in sorgfältiger Einordnung und Kommentierung ... beeindruckend ... Neben dem Literaturverzeichnis komplettieren Faksimiles, Personen- und Werkregister, Sachregister, Zeittafel sowie Tabellen- und Graphikenverzeichnisse die akribische Spurensuche" Robert von Zahn in fermate 3/94

"... grundlegend ... zuverlässig ... unverzichtbar ..." (Musiktheorie 3/1997)

aktualisiert Donnerstag, 4. August 2011
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