Der 23. Denkmäler-Band macht erstmals die vier Streichquartette zugänglich, von denen bislang nur vom vierten ein Stimmensatz im Druck erschien. Obwohl die drei ersten Quartette überwiegend noch vor dem Studium in Kassel entstanden, sind sie alles andere als erste Kompositionsversuche. Das vierte Quartett zeigt Burgmüller schließlich auf der Höhe seiner Meisterschaft und spricht eine durchaus eigene musikalische Sprache, die allenfalls an Schuberts letzte Quartette erinnert.
|
Pressestimme
"[…] Die in diesem Band erstmals vorgelegten vier Streichquartette sind obgleich Werke eines jungen Komponisten alles andere als schülerhafte Versuche, sondern zeigen Burgmüller als frühvollendete Hochbegabung, dessen Musik jedem Vergleich mit der seiner Altersgenossen Schumann und Mendelssohn standhält. Bereits die Unbekümmertheit, mit der der 15-Jährige im Kopfsatz seines ersten Quartetts in d-Moll aus dem Jahr 1825 der 1. Geige und vor allem dem Cello die Bewältigung virtuoser Passagen abverlangt, lässt aufhorchen - auch wenn manches in diesem ersten Quartettversuch noch an einen auf das Streichquartett übertragenen Klaviersatz erinnert.
Erweist sich Burgmüller in den Kopfsätzen als Komponist, der 'seinen Haydn' kennt Schubert, dem er in mancherlei Hinsicht gleichkommt, dürfte er kaum gekannt haben, da dessen Werke nach seinem frühen Tod erst zögerlich an die Öffentlichkeit kamen - erinnert das humanistische Pathos der langsamen Sätze oft an Beethoven. Sicherlich nicht das schlechteste Vorbild. Wer sich davon überzeugen will, welches Genie der Musikwelt durch Burgmüllers frühen Tod verloren gegangen ist, der möge einen Blick in das letzte der vier Quartette werfen. Es steht in a-Moll und ist voller grimmigen rheinischen Humors, der oft in schwarze Melancholie umschlägt - und enthält einen der schönsten langsamen Sätze, die jemals ein (noch) unbekannter Komponist geschrieben hat. Wäre Beethoven in der Lage gewesen, mitreißende Melodien zu erfinden und abwechslungsreich zu harmonisieren es wäre wohl Burgmüller dabei herausgekommen." (Manuel Rösler in Ensemble Heft 1/2007, S. 43f.)
|