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Beethovens Stück "Für Elise" (Albumblatt) WoO 59 ist eine der bekanntesten Kompositionen, die je ein Komponist notierte. Allerdings beginnen mit dieser ersten Feststellung schon die Schwierigkeiten: Ein Autograph zu diesem Werk ist - ähnlich wie bei der größeren, ebenfalls in Moll gehaltenen Schwester "Toccata und Fuge d-moll" von Johann Sebastian Bach - nicht erhalten, und das, was auf der Abschrift als Titel steht, ist bis heute nicht eindeutig entziffert: "Für Elise"? "Für Therese"?
Beethoven war recht genial, und so gehörte Ordnung nicht unbedingt zu seinen stärksten Seiten: Dutzende Forscher mühen sich zum Beispiel seit vielen Jahrzehnten ab, durch seine Skizzenbücher zu blicken und seinen Konversationsheften Informationen zu entlocken, und das Werkverzeichnis trägt dem in gewisser Weise Rechnung: Alles, was da bei Beethoven noch an Stücken ohne Opus-Zahl herumlag, kam in die Kiste "WoO" - Werke ohne Ordnungszahl. Das besagte Stück ohne genauen Titel bekam die Nummer 59, eine wohl ziemlich bedeutungslose Nummer, aber immerhin eine Primzahl. Dies blieb in der bisherigen Forschung völlig unbeachtet.
Die "Elise" - so die Kurzbezeichnung im Volksmund - bereitet durchschnittlich versierten Pianisten solche Schwierigkeiten, daß sie kaum ordentlich (cf. WoO!) interpretiert werden kann. Die Frage ist daher, ob Beethoven dieses Werk, das er selbst nicht für veröffentlichungswürdig hielt (vielleicht wegen dieser schwer einzuschätzenden, von ihm jedoch erkannten technischen Probleme) und das erst drei Jahrzehnte nach seinem Tod, nämlich im Jahre 1867, aus reiner Entdeckerlust und ohne Rücksicht auf mögliche, viele Generationen anhaltende Folgen von Ludwig Nohl publiziert wurde, überhaupt für Klavier geschrieben hat!
Der Interpret darf sich nämlich nicht vom relativ einfachen, langsamsten Triller der Welt, auch "Bratschen-Triller" genannt, täuschen lassen. Dieses Klavierstück ist schwer zu spielen! Den Bratschen-Triller am Anfang komponierte Beethoven nur hinein, um einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde zu bekommen. Der Triller ist aber zugleich wichtigster Anhaltspunkt dafür, die bisher bekannte Klavier-Solo-Fassung als Klavierauszug ei-ner nicht existenten Ur-Fassung zu entlarven: Da, wenn es allein nicht recht geht, man eben seinen Nachbarn zu Hilfe holt, ist die Aufteilung der Beethoven'schen Schwierigkeiten auf zwei Musik-Instrumente nicht nur legal, sondern letztlich auch im Sinne des Meisters. Auch er bemerkte - als nur ein Beispiel unter vielen möglichen -, daß er die Solo-Stimme seines Violinkonzertes mit zu großen Schwierigkeiten versehen hatte. Also ließ er sie (etwas umgeschrieben) durch ein Klavier aufführen.
Möge somit ein Stück großer
Welt-Komposition einem breiterem Publikum
zugänglich werden. Da die genaue Besetzung
bisher nicht eindeutig belegt werden kann (zentrale
Fragen: Spielte Elise Bratsche oder etwa nur extrem
langsam Geige? Handelt es sich um eine Vorstudie
zum nie komponierten Beethovenschen
Klarinettenkonzert?), wird die vermutete Urfassung
gleich in vier Instrumentationen vorgelegt:
© 2000 by Edition Dohr
Köln
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auch lieferbar:
- Ausgabe für Gitarre solo von Lionel Ehrl.
ISMN M-2020-0277-3
EURO 6,80
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