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Norbert Laufer

Nachtstücke (1999) für Violine, Bassklarinette, kleine Trommel und Klavier
ISMN M-2020-0656-6

Dauer: ca 17'

Ausgehend von dem klassischen Duo Violine und Klavier, das mir als Geiger sehr - vielleicht sogar allzusehr - vertraut ist, suchte ich nach einer Besetzung, die diese beiden Instrumente in einen ganz anderen, kontrastierenden Zusammenhang stellt. Die Ergänzung durch Bassklarinette und kleine Trommel zum Quartett wählte ich, weil es Instrumente aus anderen Instrumentenfamilien sind und weil sie die klassisch-romantischen Assoziationen in den Hintergrund treten lassen.

Allerdings schrieb ich nun "Nachtstücke", deren Ausdrucksbereich sich wiederum ein Stück zurück zur Romantik bewegt - dies jedoch auf einer ganz anderen Ebene. Das Instrumentalquartett setze ich dabei nicht im Sinne eines orchestralen Klanges ein - im Gegenteil. Oft gibt es Soli und Duettkombinationen; selten dagegen Tuttipassagen. Diese gibt es nur im (zuerst komponierten) Mittelsatz "Traum". Im ersten und im letzten Satz ist die Reduktion so weit geführt, dass Geige und Bassklarinette stets parallele Linien spielen, während das Klavier eine ganz eigenständige Motivik verfolgt und die Trommel entweder nur in Ostinati kreist ("Atemzüge") oder Akzente und Signale setzt ("Nacht") für die Einsätze der beiden Melodieinstrumente und die oftmals kadenzartigen Zwischenspiele des Klaviers.

"Nachtstücke" war eine Auftragskomposition für die Reihe "forum 20" 1999 in Düsseldorf (Veranstalter: KonzertTheaterKontor René Heinersdorff jun., künstlerischer Leiter: Bernd Wiesemann). Die Uraufführung war am 28. August 1999 im Ibach-Saal des Stadtmuseums Düsseldorf. Es spielten: Lisa Domnisch: Violine; Georg Stump: Bassklarinette; Matthias Haus: Schlagzeug; Tobias Koch: Klavier.

Pressestimme:

"Laufer erreichte so eine gründliche Entromantisierung, die er durch bruchstückhafte Lakonie der Formulierung und einen deutlich unterkühlten Gestus noch unterstrich. Reduktion und Ausdünnung bestimmen seine knapp und prägnant gesetzten Stücke: selbst der literarisch-romantische Anklang des Titels 'Nachtstücke' wurde erfolgreich entkernt und nicht ohne Humor verfremdet." (Regine Müller in "Rheinische Post" vom 31. August 1999)

aktualisiert Mittwoch, 13. Dezember 2006

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