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Hans
Dörner
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Vier Orchestergesänge (1997/98) für Bariton und Kammerorchester (Fl., Ob., Klar., Fag., Trp., Pos., Pk., Schlzg., Streicher)
auf Texte von Johann Wolfgang von Goethe
Partitur (Aufführungsmaterial leihweise)
ISMN M-2020-0650-4
EURO 22,80
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Die "Vier Orchestergesänge" für Bariton und Kammerorchester wurden aus Anlass des 250. Geburtstages von Johann Wolfgang von Goethe komponiert. Die Uraufführung fand am 28. Mai 1999 im Rahmen eines Benefiz-Konzertes zu Gunsten der Kinder im Kosovo in der Liebfrauenkirche Arnsberg statt. Den Solo-Part sang Burkhard Zaß, es spielte die Camerata Academica Freiburg unter der Leitung von Günter Neidlinger.
Die ersten drei Goethe-Gedichte, "Beruf des Storches", "Schneider Courage" und "Freuden des jungen Werther", dürften nicht so bekannt sein. Sie spiegeln die bissige, frivole Seite des großen Dichters und Denkers wider.
Der bekannte "Gesang der Geister über den Wassern", von Franz
Schubert für Männerchor und Streicher gesetzt, ist hier - wie auch die drei vorgenannten Gedichte - sehr textorientiert vertont. Die Instrumentation (einfach besetztes Holz, Trompete, Posaune, Pauke und Perkussion) zeichnet konturenscharf Goethes Texte nach.
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Beruf des Storches
Der Storch, der sich von Frosch und Wurm
An unserm Teiche nähret,
Was nistet er auf dem Kirchenturm,
Wo er nicht hingehöret?
Dort klappt und klappert er genug,
Verdrießlich anzuhören;
Doch wagt es weder alt noch jung
Ihm in das Nest zu stören.
Wodurch &endash; gesagt mit Reverenz
&endash;
Kann er sein Recht beweisen,
Als durch die löbliche Tendenz
Aufs Kirchendach zu . . .
Schneider Courage
Es ist ein Schuss gefallen!
Mein! Sagt, wer schoss da drauß?
Es ist der junge Jäger,
der schießt im Hinterhaus.
Die Spatzen in dem Garten,
die machen viel Verdruss.
Zwei Spatzen und ein Schneider,
die fielen von dem Schuss;
die Spatzen von den Schroten,
der Schneider von dem Schreck,
die Spatzen in die Schoten,
der Schneider in den ...
Freuden des jungen Werther
Ein junger Mensch, ich weiß nicht,
wie,
Starb einst an der Hypochondrie
Und ward denn auch begraben.
Da kam ein schöner Geist herbei,
Der hatte seinen Stuhlgang frei,
Wie's denn so Leute haben.
Der setzt' notdürftig sich auf's Grab
Und legte da sein Häuflein ab,
Beschaute freundlich seinen Dreck,
Ging wohl eratmet wieder weg
Und sprach zu sich bedächtiglich:
Der gute Mensch, wie hat er sich
verdorben.
Hätt er geschissen so wie ich,
Er wäre nicht gestorben."
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Gesang der Geister über den Wassern
Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muß es,
Ewig wechselnd.
Strömt von der hohen,
Steilen Felswand
Der reine Strahl,
Dann stäubt er lieblich
In Wolkenwellen
Zum glatten Fels,
Und leicht empfangen
Wallt er verschleiernd,
Leisrauschend
Zur Tiefe nieder.
Ragen Klippen
Dem Sturz entgegen,
Schäumt er unmutig
Stufenweise
Zum Abgrund.
Im flachen Bette
Schleicht er das Wiesental hin,
Und in dem glatten See
Weiden ihr Antlitz
Alle Gestirne.
Wind ist der Welle
Lieblicher Buhler;
Wind mischt vom Grund aus
Schäumende Wogen.
Seele des Menschen,
Wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
Wie gleichst du dem Wind!
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