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Zu meiner »Kleinen Suite« wurde
ich durch einen frühen Blick aus dem
sommerlichen Fenster meiner neuen Wohnung - kurz
nach dem Einzug - angeregt. Mit dem Attribut
»naturalistisch« bezeichne ich zum einen
meine - in diesem Werk - kaum abstrahierte
Umsetzung meiner Empfindungen und »direkten
Beobachtungen« in Musik (die Titel der
Sätze sind durchaus eine Art
»Motto«); zum anderen verbinde ich mit
dem Begriff »naturalistisch« die nicht
stilisierte Verwendung der »gegebenen«
Form der Suite.
Morgendlicher Ausblick - ohne Erwartung
ist eine »freudige Fanfare«, die den
neu erwachten Tag unvoreingenommen
begrüßt. In die strenge, gefestigt
scheinende Rhythmik der Fanfare werden
»fremde« Elemente eingeworfen, die die
überraschenden Ereignisse eines gerade
eintretenden Zeitraums zeigen; sie bringen Farbe
und Abwechslung in die Befindlichkeit und wecken
zugleich Verunsicherung (in Bezug auf
»überkommene«, alIzu sicher
geglaubte »Werte«) und Neugier.
Seltsames Bächlein, nahezu
unwirklich zeichnet den Verlauf eines
zunächst aus der Ferne betrachteten Rinnsals
nach, das auf seinem Weg seine Struktur durch
unterschiedliche »Bodenbeschaffenheit«
merkwürdig ändert und durch den
Einfluß von Lichtreflexionen, kombiniert mit
sich stetig wandelnden
»Untergrundfarben«, einen oftmals
»irrealen Glanz« entwickelt.
Virengleich - immer wieder, erneut ist
gekennzeichnet von immerwährender
partikulärer Bewegung und Ausdehnung, eine Art
ständiges »Wuchern« um
Fortentwicklung. Diese Beständigkeit und
Unermüdlichkeit wider jegliches Hindernis,
solchen nicht eindämmbaren ursprünglichen
Lebenswillen empfinde ich als
»virengleich«.
SJW
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Satzfolge
- Morgendlicher Ausblick -
ohne Erwartung (3'40'')
- Seltsames Bächlein,
nahezu unwirklich (3'00'')
- Virengleich - immer
wieder, erneut (3'35'')
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