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Jürg Baur

Sonatine (1940/2000) für Klaviertrio. Partitur und Stimmen
ISMN M-2020-0508-8
EURO 49,80


Das zweisätzige Opus entstand im Frühjahr 1940 (März/April) während der ersten Monate meiner Soldatenzeit auf dem Fliegerhorst Gütersloh. Das Werk war ursprünglich der Familie meiner späteren Frau (Hilde Wolfstieg) - einer hervorragenden Amateur-Cellistin -, ihrem Bruder (Violine) und ihrem Vater (Klavier) zugedacht. Nach dem zweijährigen Kompositions-Studium an der Musikhochschule Köln (in der Meisterklasse von Philipp Jarnach) 1937-1939, unterbrochen durch die Einberufung zur Wehrmacht für mehr als sechs Jahre, war die Sonatine (das Klaviertrio) mein erster Versuch, ein größeres eigenständiges Kammermusikwerk zu entwerfen.

Die beiden Sätze der Sonatine stehen in schroffem Gegensatz zueinander, sind aber durch die Coda des Scherzos, die den Hauptgedanken des Romanze wieder aufgreift, thematisch lose miteinander verbunden. Während der erste Satz nachdenklich expressiv, mit großen Melodiebögen in fast klassisch freier Sonatenform abläuft (zwei Themen, Exposition, Durchführung, Reprise), reihen sich im aggressiv-temperamentvollen Scherzo rhythmisch und klanglich verschiedene eigenwillige Episoden aneinander. Die Romanze entwickelt sich in erweiterter Moll-Dur-Tonalität, im Scherzo dominieren harmonische Phänomene, die zuweilen fast die Grenze zur Atonalität streifen. Fazit. Der junge Jürg Baur, unbeeindruckt von politischen und kriegerischen Ereignissen, auf der Suche nach eigener stimmungs- und ausdrucksvoller Tonsprache.

Die ursprüngliche Fassung des Werkes wurde im Verlauf der Romanze nur unwesentlich korrigiert; das formal sehr ausladende Scherzo wurde um ein Viertel seines früheren Umfanges gekürzt.

Düsseldorf, 1. September 2006
Jürg Baur


aktualisiert Freitag, 6. März 2009
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