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Das Stück entstand auf
Gebetstexte, die Kurt Weigel zu Barlachs
neunteiligem Zyklus "Fries der Lauschenden"
geschrieben hat; Dauer 17-18 Min; die Chorpartitur
vermittelt, mit den Gebeten, auch die Abbildungen
der Plastiken, so daß sie bei
Aufführungen als Programmblatt genutzt werden
können. Uraufführung: 27. Mai 1995 in
Köln.
Barlach schuf die neun
Holzfiguren des "Frieses" vorwiegend in den Jahren
1933-35; künstlerisch isoliert, von den Nazis
mit Ausstellungs- und Aufführungsverbot
belegt, sind sie Ausdruck einer inneren Emigration:
sie schweigen und lauschen.
Fries der Lauschenden - der
Titel zeigt an, daß Seh- und Hörweise
nach innerer Betrachtung verlangen - man soll
"schauen" und "lauschen". Der Chorsatz ist extrem
homophon und daher absolut textverständlich;
er erwächst aus einer modalen Einstimmigkeit
und kehrt immer wieder zu ihr zurück, an
Kulminationspunkten entfaltet er sich bis zur
Achtstimmigkeit. Die Grundhaltung der Komposition
ist zwar kontemplativ, aber die homophone
Schreibweise erlaubt plötzliche emotionale, ja
minidramatische Stellen, also unmittelbaren
seelischen Ausdruck: es werden dadurch Regungen
hervorgeholt, die Barlachs Plastiken überm
Lauschen zu verbergen scheinen, aber dennoch mit
ins Spiel bringen.
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Pressestimme
"Mit größtem Respekt verknüpft Heindrichs den Gehalt der Skulpturen und die von Weigel verfaßten Gebete mit einer ausdrucksvollen und jederzeit faßlichen Tonsprache ... Das Publikum war der inneren Geschlossenheit dieser tiefreligiösen Meditationen wegen sichtlich überwältigt. Am Ende herrschte eine lange Zeit atemlose Stille, bevor sich zunächst zögerlicher, dann großer Beifall einstellte. Spürbar wurde, daß hier Künstler Hand in Hand arbeiten, die die Idee des spartenübergreifenden Kunstschaffens beherrschen und sie feinsinnig umzusetzen wissen." (Ruhrnachrichten, 29. Septmber 1997)
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