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Heinz-Albert Heindrichs

Fries der Lauschenden - Spruchmotette (1994) für gemischten Chor a cappella nach den Plastiken von Ernst Barlach und Gebeten von Kurt Weigel
ISMN M-2020-0432-6
EURO 7,80 Staffelpreise ab 15 Ex. je 4,30; ab 25 Ex. je 3,30

Das Stück entstand auf Gebetstexte, die Kurt Weigel zu Barlachs neunteiligem Zyklus "Fries der Lauschenden" geschrieben hat; Dauer 17-18 Min; die Chorpartitur vermittelt, mit den Gebeten, auch die Abbildungen der Plastiken, so daß sie bei Aufführungen als Programmblatt genutzt werden können. Uraufführung: 27. Mai 1995 in Köln.

Barlach schuf die neun Holzfiguren des "Frieses" vorwiegend in den Jahren 1933-35; künstlerisch isoliert, von den Nazis mit Ausstellungs- und Aufführungsverbot belegt, sind sie Ausdruck einer inneren Emigration: sie schweigen und lauschen.

Fries der Lauschenden - der Titel zeigt an, daß Seh- und Hörweise nach innerer Betrachtung verlangen - man soll "schauen" und "lauschen". Der Chorsatz ist extrem homophon und daher absolut textverständlich; er erwächst aus einer modalen Einstimmigkeit und kehrt immer wieder zu ihr zurück, an Kulminationspunkten entfaltet er sich bis zur Achtstimmigkeit. Die Grundhaltung der Komposition ist zwar kontemplativ, aber die homophone Schreibweise erlaubt plötzliche emotionale, ja minidramatische Stellen, also unmittelbaren seelischen Ausdruck: es werden dadurch Regungen hervorgeholt, die Barlachs Plastiken überm Lauschen zu verbergen scheinen, aber dennoch mit ins Spiel bringen.


Pressestimme

"Mit größtem Respekt verknüpft Heindrichs den Gehalt der Skulpturen und die von Weigel verfaßten Gebete mit einer ausdrucksvollen und jederzeit faßlichen Tonsprache ... Das Publikum war der inneren Geschlossenheit dieser tiefreligiösen Meditationen wegen sichtlich überwältigt. Am Ende herrschte eine lange Zeit atemlose Stille, bevor sich zunächst zögerlicher, dann großer Beifall einstellte. Spürbar wurde, daß hier Künstler Hand in Hand arbeiten, die die Idee des spartenübergreifenden Kunstschaffens beherrschen und sie feinsinnig umzusetzen wissen." (Ruhrnachrichten, 29. Septmber 1997)

aktualisiert Mittwoch, 25. Mai 2011
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