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Entstehungsgeschichte
Der Titel "Töne sterben" bezieht sich auf das Lied Nr. 3 "Ich lausche, wie die Töne steigen", das im Zentrum des Zyklus steht und mit den Worten "Töne sterben" ausklingt. Das Buch "Die vierte Kaste", dem die Lieder entnommen sind, wurde 1963 von Birgitta Wolf herausgegeben und war im Rütten und Loening Verlag, Hamburg, erschienen. Es enthält eine Auswahl von Prosa, Lyrik und graphischen Zeichnungen von jungen Strafgefangenen.
Unter der "Vierten Kaste" versteht man in Indien
die Unberührbaren, die Parias,
unterdrückte, mißachtete Menschengruppen
der Gesellschaft. Birgitta Wolf sieht im Verhalten
der BRD-Gesellschaft zu den unter "humanem
Strafvollzug" Einsitzenden und den aus dem
Strafvollzug Entlassenen eine vergleichsweise
Behandlung, wie sie den Parias in Indien
widerfährt. Die in dem Buch enthaltenen
literarischen Dokumente machen deutlich, wie junge,
straffällig gewordene Menschen sowohl als
Inhaftierte als auch als Entlassene versuchen, ihre
Konfliktsituation zu bewältigen um als
Rehabilitierte wieder Teil der Gesellschaft zu
werden. Mich haben diese Dokumente angerührt
und bewogen, Gedichte des Anonymus A. C. für
vorliegenden Zyklus auszuwählen und in Musik
umzusetzen.
Nach seiner Entlassung hatte der Text-Autor als
freiberuflicher Literat in Berlin Fuß
gefaßt und einen Neuanfang gefunden.
"Irgendwann" - nicht lange nach Zeit danach -
"zerbrach sein Glaube". "Die Seele, verwundet,
zerbrach". "Tränen steigen und fallen". "Die
Töne, so hoffhungsvoll begonnen -
starben."
Er, der sich zuletzt Daniel Kragler nannte, und
der vielleicht für viele steht, nahm sich das
Leben.
Uraufführung
24.05.1966, Studio für Neue Musik München. Sopran: Erika Rüggeberg Klavier: Nik. A. Huber - in Anwesenheit des Komponisten.
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Inhalt
1. Sehnsucht
2. Nebel
3. Töne sterben
4. Nachts
5. Irgendwann
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