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entstanden/composed:
1951-53
Zu op. 14b
Hesse-Lieder in unserer Zeit? - mancher mag die Nase rümpfen. Dennoch ist festzustellen, daß Hermann Hesse (1877-1962) 1946 mit dem Literatur-Nobelpreis und dem Goethepreis ausgezeichnet, mit der bedeutendste deutsche Dichter dieses Jahrhunderts ist. Es ist schwer zu verstehen, daß Hesse in Deutschland lange Zeit als 'Dichter im Elfenbeinturm' galt. Er mußte erst in den siebziger Jahren von der amerikanischen Jugend neu entdeckt werden, um in Deutschland in seiner ganzen Größe und Bedeutung erkannt zu werden.
Die vorliegenden Lieder sind eine Auwahl seiner
Gedichte, die mich im Krieg begleitet haben. Aus
meiner uralten Liebe zu Hesse und seiner
schlichten, musikalischen Sprache, seiner aus der
Frühzeit verträumten, neuromantischen
Naturinnigkeit, seiner sensiblen, tief menschlichen
Einfühlungsgabe - abgesehen von seiner stets
aktuellen Stellungnahme zu den Problemen und Fragen
unserer Zeit - sind diese Lieder kurz nach
Kriegsende entstanden. In der Nachfolge der
großen Kunstliedtradition des 19.
Jahrhunderts mögen sie in ihrer
spätromantischen Haltung, als "Frühe
Lieder", dem Stand meiner damaligen Entwicklung
entsprechend, der Empfindungswelt Hesses nahekommen
und einen Hörerkreis ansprechen, der wie ich
Hesse liebt. Der Weg nach Innen mag zwar nicht
immer zeitgemäß sein, ganz sicher ist er
für jeden eine zeitlose
Herausforderung.
Rudolf Halaczinsky
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