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Henning Frederichs

Petrus (1982). "Biblische Sensopera" für Sopran, Bariton, Sprecher, 1-10stg. gem Chor, Violine, Klarinette, Klavier, Cembalo, Orgel, Vibraphon und Schlagzeug (2 Spieler)

  • Partitur (156 S.)
    ISMN M-2020-0417-3
    EURO 49,80
  • Chorpartitur (65 S.; Mindestabnahme 20 Expl.)
    ISMN M-2020-0811-9
    EURO 9,80
  • Instrumentalstimmenset
    ISMN M-2020-0812-6
    EURO 49,90

Zum Werk

  1. Der Fischer
  2. Der Jünger
  3. Der Apostel

Die über weite Strecken hin streng gehandhabte Zwölftontechnik soll wie eine andere Art Tonalität verstanden werden und den Zusammenhang einer verhältnismäßig umfangreichen Komposition gewährleisten. Zu diesem Zweck wird sie horizontal, also zur Erfindung von Melodielinien angewendet, nicht vertikal zur Bildung von Akkorden. Dieselbe Aufgabe haben bestimmte Motive und Leitfarben, die im Verlaufe des Stückes immer wieder auftauchen.
Formal entwickelt sich die Musik parallel zum inhaltlichen Geschehen: Im I. Teil kommen die weit zurückliegenden Erinnerungen des Apostels an seine Jugend als Fischer erst allmählich wieder an die Oberfläche, entsprechend sind die Solostimmen rhythmisch frei, rezitativisch oder im hastig einander abwechselnden Dialog geführt.
Der II. Teil schildert Petrus als Jünger, voll von Anfechtungen, schwankenden Gemüts und mit überschwenglichem Herzen. Analog enthält die Musik hier die meisten aleatorischen Einsprengsel, Chorglissandi, Cluster, Klangflächen, Sprechgesang und Sprechpartien.
Nach Ostern, im III. Teil, tritt uns Petrus dagegen in der Souveränität und Sicherheit des kompetenten, von seinem Herrn autorisierten Apostels entgegen: Die Berichte der Geschehnisse nach Jesu Auferstehung fügen sich daher nun in die einzelnen Variationen einer großen Choral-Partita ein, einer ehrwürdigen, in der Barockzeit stabilisierten Technik der cantus­firmus-Verarbeitung, die in diesem Teil mit modernen Mitteln auf die Zwölftonmelodie übertragen wird.

Ausführbarkeit: Anspruchsvoll, dennoch für Laien erreichbar.


Pressestimmen

"Frederichs ist ein großes Werk gelungen. Der Musik war abzulauschen, daß er nicht das Neue um seiner selbst willen gesucht hat, sondern sich die modernen Techniken für seine Zwecke dienstbar gemacht hat." (Der Kirchenmusiker, 1/1983)

"'Petre, amas me?...' Mit dieser so cantablen und variablen Zwölftonreihe, die das ganze Werk als Motto durchzieht (lateinisch und deutsch gesungen), schafft der Komponist eine Art neuer 'Tonalität', die sich den Ausführenden und Hörenden bleibend einprägt und uns den in seiner Liebe 'fehlbaren' Apostel ganz nah in unsere Zeit rückt." (Musik und Kirche, 5/1997)

Daten und Fakten

  • Auftraggeber: Kirchenkreis Witten anläßlich des 400jährigen Jubiläums der Reformation in Witten/Ruhr
  • Entstehung: 1982
  • Uraufführung: 23.Oktober 1982, Saalbau Witten
  • Dauer: 76'
  • Tonträger: Mitschnitt einer Aufführung im Altenberger Dom durch den WDR (Erstsendung am 12.März 1985)
  • Anmerkung: Textbuch und Erläuterungen zu Inhalt und Musik sind erschienen als: Hening Frederichs, Drei Oratorien. Triga-Verlag, Gelnhausen 1996 (ISBN 3-931559-08-4).
aktualisiert Dienstag, 24. Mai 2011
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