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Dauer: ca. 14'
Klavierstück II war
inspiriert von Gerhart Hauptmanns novellistischer
Studie "Bahnwärter Thiel".
In einem kurzen, dunklen, mit
"Presto" überschriebenen ersten Satz wird das
Heranrollen der Eisenbahn als ein Bild für
nahendes Unheil beschrieben, wie es auch bei
Hauptmann zu finden ist. Die Katastrophe tritt
allerdings noch nicht ein, vielmehr klingt der Satz
verhalten aus.
Als Hauptteil des Werkes folgt
ein lyrischer zweiter Satz, in dem im Gegensatz zur
Situationsbeschreibung des ersten Satzes der Blick
auf das Innere der Protagonisten gerichtet wird.
Dies geschieht in zumeist kurzen, in Faktur und
Dichte sehr unterschiedlichen Abschnitten, was dem
Satz einen zerrissenen, durchführungsartigen
Charakter verleiht.
Nach einer Reminiszenz, in der
die Thematik des ersten Satzes (Heranrollen des
Unheils) in einer kontinuierlichen Entwicklung von
ppp bis fff dargestellt wird, tritt
nun die im ersten Satz noch ausgesparte Katastrophe
ein.
Das letzte Bild des Stückes
zeigt den apathisch dasitzenden Thiel, der das
Mützchen seines toten Kindes im Arm
hält.
Das Stück ist dem
australischen Pianisten Philip Mayers (Berlin)
gewidmet, der es auch am 9. Juni 1995 in Berlin
uraufführte.
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