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Henning Frederichs

Veni, Creator, imple (1987) für Orgel
ISMN M-2020-0376-3
EURO 7,80

Zum Werk

Entsprechend der pentatonischen Anlage der Melodie spielt die Zahl 5 in dieser Choralphantasie eine besondere Rolle:

  1. Ihre formale Anlage ist fünfteilig
    1. Anrufung
    2. Trio über die erste Choralzeile und Zwölftonreihe
    3. Vorstellung der übrigen Choralzeilen mit Wiederholung der ersten Zeile in Klangfarben- (Register-) Melodie
    4. Scherzando-Durchführung des verfremdeten cantus firmus
    5. Originalgestalt der gregorianischen Melodie als Pedaldurchführung.
  2. Das Metrum ist dominierend fünfhebig (5/8 bzw. 5/16-Takt).

Idee: Das Lied ist eine Bitte um den rechten Geist, der die Herzen der Menschen erfüllen möge. Dieses Ausfüllen, Durchdringen alles Lebendigen mit Gottes Geist soll klanglich hörbar gemacht werden durch einen alle Töne umfassenden zwölfstimmigen Akkord, der ununterbrochen als Hintergrund zu allem musikalischen Geschehen durchklingt, vergleichbar dem Goldgrund auf mittelalterlichen Bildern.
Technisch gelingt dies durch den "unendlichen Atem" der Orgel, der seit jeher als Symbol der Ewigkeit gesehen wird, und dadurch, daß dem Spieler in der Person seines Registranten sozusagen "ein dritter Arm" zuwächst, der die Tasten eines wohlkalkulierten, aus Quarten und Tritoni übereinandergeschichteten Akkordes mit Hölzern feststeckt und am Ende in 5/8-Schwingungen versetzt, was ein insistierendes Flehen um den Beistand des Heiligen Geistes suggeriert.

Ausführbarkeit: schwer.


Pressestimme

"Die machtvollste musikalische Pfingstpredigt stammte von Henning Frederichs [...] Das Werk steigert sich aus zarten Anfängen zu gewaltigen Klangbündeln, um schließlich abrupt auf seinem Höhepunkt abzubrechen." (Bergische Morgenpost, 31. Mai 1988)

Daten und Fakten

  • Auftraggeberin: Gerda Schaarwächter
  • Entstehung: 1987
  • Uraufführung: 1. Juni 1987, Antoniterkirche Köln
  • Dauer: 8'40"
  • Widmung: Gerda Schaarwächter zugeeignet
aktualisiert Dienstag, 24. Mai 2011
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