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Zum Werk
Das Stück stellt nicht die tatsächliche "Heimsuchung Mariä" dar, sondern schildert, wie Maria - irgendwann später - vor sich hinsinnend und -summend sich dieses, ihr ganzes Leben und Bewußtsein verändernde, Erlebnis vergegenwärtigt. (Man wird sich wohl vorstellen dürfen, daß sie das "Magnificat" nicht nur einmal, sondern solange sie lebte, gesungen hat, in immer neuen Abwandlungen: Verwundert in der Heiligen Nacht, verzweifelt auf dem Kreuzweg, siegessicher nach Ostern.)
In einem längeren Vorspiel wird das musikalische Material, zwei miteinander korrespondierende Reihen, vorgestellt. (Wie eine Antiphon kehrt es am Ende verkürzt und in Spiegelung noch einmal wieder.)
Der 1.Teil ist geprägt von der Verwunderung der Maria, daß gerade ihr dieses widerfahren ist.
Der 2.Teil setzt sich mit der Unberechenbarkeit Gottes auseinander, "wie wird es da mir ergehen?"
Im Zentrum des Stückes, dem ruhigsten und melodiösesten Teil, gedenkt Maria jedoch der Barmherzigkeit Gottes. Die daraus folgende Zusage an Israel geschieht gesprochen: Historisch oder aktuell zu verstehen ist dieser Satz aus aller Musik herausgehoben.
Im 4.Teil deutet ein Murmelmotiv vor im Hintergrund aufragendem Akkord den über Jahrhunderte nicht abreißenden Dialog Gottes mit seinem Volk an, der nach einem Rezitativ in umgekehrter Richtung weitergeht, nun als Lobpreis auf Maria.
Im 5.Teil leitet das "Rondo"-Thema in einen Zustand zunehmender Verzückung über; aus deren Gestammel und Aufeinanderwerfen aller Begriffe schält sich die im Psalmengesang den Abschluß bildende Doxologie heraus.
Ein dreifaches Amen (im vierfachen Kontrapunkt durch Permutierung der beiden oben erwähnten Reihen gebildet), sowie die genannte Orgel-Antiphon beenden das Stück.
Ausführbarkeit: Schwer
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Pressestimme
"Die Orgel ist in diesem Stück nicht nur Begleiter, sondern 'übersetzt' [...] eigenständig in chromatisierte Tonfolgen und abgestufte Klangflächen." (Ruhr-Nachrichten vom 8. Dezember 1981)
Daten und Fakten
- Entstehung: 1976
- Uraufführung: 6.Dezember 1981, Matthäuskirche Bochum
- Dauer: 15'
- Tonträger: Ars Produktion FCD 368 343
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