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Der von uns sehr verehrte
Komponist Jürg
Baur hat einmal in einem
"Komponistenportrait" seine Werke als "von
wohltuender Rückständigkeit" bezeichnet.
Das hat uns damals sehr verblüfft und
imponiert. Er meinte natürlich: in seinen
Kompositionen merkt man die organisch gewachsene
Modernität, die allemal der unsinigen
Avant-garde-Haltung vieler heutiger Kollegen
vorzuziehen ist. Laßt uns einmal polemisch
sagen: Wer von seinem Debut an als Experimenteller
auftritt, dem fällt nicht Vernünftiges
ein, oder er scheut den Vergleich mit den
großen Vorgängern, oder er hat nichts
gelernt.
In dem Kreis der nach Baur
"Wohltuend Rückständigen" möchte
auch Ferdinand Bruckmann sich angesiedelt sehen,
und ein Zeichen dafür ist seine 1. Sinfonie
(1955) für Streichorchester.
Die drei Sätze:
- Andantino-Allegro fugato,
- Andante con moto,
- Rondo. Allegro,
sind gemäßigt modern
(modern im Sinne von dissonant) und bieten den
Spielern dankbare Aufgaben. Zum Schwierigkeitsgrad
ist mitzuteilen, daß sich gute
Amateurorchester (so z.B. das von Bernd
Erich Brinkmann
geleitete Collegium musicum Krefeld) bereits mit
Glück an der Komposition versucht
haben.
Das Werk ist auch in einer
Fassung für Streichquintett (2Vl., Va., Vc.,
Kb; ISMN M-2020-0325-1)
erschienen.
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