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Ferdinand Bruckmann

Streichquintett (1955). Partitur und Stimmen
ISMN M-2020-0325-1
Euro 19,80

Der von uns sehr verehrte Komponist Jürg Baur hat einmal in einem "Komponistenportrait" seine Werke als "von wohltuender Rückständigkeit" bezeichnet. Das hat uns damals sehr verblüfft und imponiert. Er meinte natürlich: in seinen Kompositionen merkt man die organisch gewachsene Modernität, die allemal der unsinigen Avantgarde-Haltung vieler heutiger Kollegen vorzuziehen ist. Laßt uns einmal polemisch sagen: Wer von seinem Debut an als Experimenteller auftritt, dem fällt nicht Vernünftiges ein, oder er scheut den Vergleich mit den großen Vorgängern, oder er hat nichts gelernt.

In dem Kreis der nach Baur "Wohltuend Rückständigen" möchte auch Ferdinand Bruckmann sich angesiedelt sehen, und ein Zeichen dafür ist seine 1. Sinfonie (1955; ISMN M-2020-0326-8) für Streichorchester.

Sein Streichquintett ist ein Arrangement dieser 1. Sinfonie (Streichquartett + Kontrabaß). Was kommentierend zur Sinfonie gesagt wurde, gilt natürlich auch für das Quintett.

Die Frage, welche Fassung vorzuziehen sei, läßt sich kaum beantworten. Die Orchesterfassung hat naturgemäß mehr Fülle (je nach Größe des Ensembles), dafür klingt die Quintett-Version oft deutlich brillanter. Als kleinere, quasi solistisch spielende Gruppe ist das Quintett musikalisch wendiger.

Die drei Sätze:

  1. Andantino-Allegro fugato,
  2. Andante con moto,
  3. Rondo. Allegro,

sind gemäßigt modern (modern im Sinne von dissonant) und bieten den Spielern dankbare Aufgaben.


aktualisiert Dienstag, 24. Mai 2011
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