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Der von uns sehr verehrte
Komponist Jürg
Baur hat einmal in einem "Komponistenportrait" seine Werke als "von wohltuender Rückständigkeit" bezeichnet. Das hat uns damals sehr verblüfft und imponiert. Er meinte natürlich: in seinen Kompositionen merkt man die organisch gewachsene Modernität, die allemal der unsinigen Avantgarde-Haltung vieler heutiger Kollegen vorzuziehen ist. Laßt uns einmal polemisch sagen: Wer von seinem Debut an als Experimenteller auftritt, dem fällt nicht Vernünftiges ein, oder er scheut den Vergleich mit den großen Vorgängern, oder er hat nichts gelernt.
In dem Kreis der nach Baur
"Wohltuend Rückständigen" möchte
auch Ferdinand Bruckmann sich angesiedelt sehen,
und ein Zeichen dafür ist seine 1. Sinfonie
(1955; ISMN M-2020-0326-8)
für Streichorchester.
Sein Streichquintett ist ein Arrangement dieser 1. Sinfonie (Streichquartett + Kontrabaß). Was kommentierend zur Sinfonie gesagt wurde, gilt natürlich auch für das Quintett.
Die Frage, welche Fassung
vorzuziehen sei, läßt sich kaum
beantworten. Die Orchesterfassung hat
naturgemäß mehr Fülle (je nach
Größe des Ensembles), dafür klingt
die Quintett-Version oft deutlich brillanter. Als
kleinere, quasi solistisch spielende Gruppe ist das
Quintett musikalisch wendiger.
Die drei Sätze:
- Andantino-Allegro fugato,
- Andante con moto,
- Rondo. Allegro,
sind gemäßigt modern
(modern im Sinne von dissonant) und bieten den
Spielern dankbare Aufgaben.
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