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Pressestimme
Der folgende Text ist eine Sammel-Rezension der drei in der Edition Dohr erschienenen Klaviertrios Benton 431-433:
"Seinen guten Ruf als Komponist erwarb sich lgnaz Joseph Pleyel, Schüler Haydns und Vanhals, vor allem mit Kammermusik für das gebildete Bürgertum: Während seine Violinduos seit langem einen festen Platz in der Unterrichtsliteratur behaupten können und auch eine kleine Auswahl seiner Sinfonien und Konzerte noch immer erhältlich ist, gerät mit der Feier seines 250. Geburtstags nun auch das kammermusikalische Werk ans Licht. Mit einer Auswahl seiner Klaviertrios legt die Edition Dohr nun einen weiteren Beitrag zur Diskussion um den zu Lebzeiten ebenso bekannten wie heute fast vergessenen Komponisten vor. Die drei Trios in C-Dur, G-Dur und B-Dur entstammen einer Sammlung, die Pleyel der Königin von England widmete und die vermutlich noch vor 1800, in jedem Falle jedoch vor 1810 entstanden ist. In stilistischer Hinsicht stehen sie eher Vanhal als Haydn nahe: Klare Strukturen treffen auf eine fantasievolle und erfindungsreiche Ausgestaltung, die sich dabei auch formaler Experimente bedient und ein breites Spektrum an 'Affekten' darlegt. Dass es sich vermutlich um relativ früh entstandene Werke handelt, darauf deutet auch die auffällige Vorrangstellung hin, die Pleyel dem Klavier zugesteht.
Bei der Zusammenstellung der Einzelsätze scheint Pleyel viel Wert auf Abwechslung gelegt zu haben. So vertritt in der ersten Sonate ein Rondo die Stelle des langsamen Mittelsatzes, der in ein burschikoses 6/8-Rondo mit Jagdmotivik übergeht. Einen traditionellen langsamen Satz enthält nur das mittlere der drei als 'Sonaten' bezeichneten Trios, ein ausdrucksvolles Adagio in g-Moll, in dem zur Abwechslung einmal die beiden Streichinstrumente die Führung übernehmen. Ein hurtiges Rondo beschließt das Werk, das mit seiner überschäumenden Motivik Vergleiche mit Mozarts G-Dur-Klavierkonzert KV 453 nicht nur provoziert, sondern auch aushält. Die letzte der drei 'Sonaten' kommt gar ohne Mittelsatz aus einem ersten Satz, in dem die klassische Form des Sonatenhauptsatzes nur von weitem grüßt, und einem 'Andante con variasioni', das in heiterer Ruhe vor sich hin zieht." (Manuel Rösler in: ensemble 2/2008, S. 46)
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