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Friedrich Kiel

15 Canons im Kammerstyl op. 1 für das Pianoforte, Franz Liszt gewidmet (rev. Neuausgabe von Christian Vitalis;Werke für Klavier Vol. 5)
ISMN M-2020-1370-0
EURO 29,80

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"Von 1842 bis 1844 hatte Friedrich Kiel in Berlin bei Siegfried Wilhelm Dehn studiert, einem der großen und einflussreichen Musiktheoretiker seiner Zeit, der als Mitbegründer der Bachgesellschaft zu den Gründervätern der ersten Bach-Gesamtausgabe zählte. Dehn, der sich auch als Herausgeber von Chormusik des 16. und 17. Jahrhunderts einen Namen gemacht hatte, legte in seinem Unterricht großen Wert auf einen durchdachten und strengen Satz. Friedrich Kiels lebenslange Faszination für musiktheoretische Problemlösungsstrategien mag in seinem Unterricht befeuert worden sein.
In den '15 Canons' zieht der 29­jährige Friedrich Kiel gewissermaßen Bilanz seiner Unterrichtszeit bei Dehn und bietet seine gesamte - durchaus nicht geringe Kunstfertigkeit auf - um zu zeigen, wie die alte Kunst des Kontrapunktes mit neuem Inhalt gefüllt werden könne. Kanons in der Sekunde, in der Terz, der Unterquarte oder Oktave finden sich ebenso wie Kanons in der Vergrößerung oder der Umkehrung - wahlweise mit Füllstimmen oder nur auf das Gerüst des strengen Satzes vertrauend. Dem Pianisten bieten sich durch die konsequent streng geführten Stimmen und den bei aller romantischen Attitüde immer durchsichtigen Satz nicht unerhebliche Schwierigkeiten. Für Friedrich Kiel kam folgerichtig auch nur ein einziger Empfänger in Frage: Franz Liszt, der die '15 Canons im Kamerstyl' zwar nicht uraufführte, die Widmung aber akzeptierte und den jungen Komponisten und sein Opus 1 dem traditionsreichen Leipziger Musikverlag Breitkopf & Härtel empfahl. Dort erschienen die Kanons 1852 im Druck und erlebten sogar mehrere Auflagen.
Trotz der bewundernswerten technischen Präzision, mit der Kiel diese Aufgabe bewältigt, können die '15 Canons im Kammerstyl' doch ihr Herkommen als 'Tonsatzaufgabe' nicht verleugnen. Manches hätte man sich farbiger gewünscht, weniger gleichförmig und schulmäßig - den einen oder anderen Ausbruch aus dem Korsett der strengen Form zugunsten des romantischen Ausdrucks hätte man Kiel gewiss verziehen. Von der zeitgenössischen Kritik wurden die '15 Canons' daher vor allem als Talentprobe angesehen, die – wie es so schön heißt – zu schönsten Hoffnungen berechtigte. Schwierigkeitsgrad: 4-5" (Manuel Rösler in: Piano News 01/07)

aktualisiert Dienstag, 4. Dezember 2007
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