
Pressestimmen
"Mit den Streichquartetten op. 25 in g-Moll und A-Dur von Johann Wilhelm Wilms legt Christian Vitalis in der Reihe 'Denkmäler Rheinischer Musik' zwei Hauptwerke der Kammermusik eines rheinisch-bergischen Beethoven-Zeitgenossen zur Diskussion vor, der bereits seit einigen Jahren verstärkt in das Blickfeld der musikalischen Öffentlichkeit gerückt ist. Dazu hat nicht zuletzt die Arbeit einer regsamen Wilms-Gesellschaft beigetragen und auch die Beschäftigung renommierter Alte Musik-Spezialisten wie Hermann Max oder Concerto Köln haben den Komponisten Wilms zu einem überraschenden Comeback verholfen. Ähnliches könnte auch den Quartetten widerfahren. Es handelt sich hierbei um Musik eines bedeutenden und guten Komponisten, dem zwar der entscheidende geniale Funke fehlte der aber dennoch über ausreichend eigene Gedanken verfügte, um nicht als Epigone oder Kleinmeister gelten zu müssen. Besonders das g-Moll-Quartett zeigt sich von einer geradezu dramatischen Dichte und Ausdruckskraft, dass man schon beim Lesen neugierig wird, 'wie das wohl klingen wird'. Mit dem ebenfalls im Verlag Dohr erschienenen Stimmenmaterial (ISMN 2020-1498-1) können sich interessierte Quartette selbst ein Bild machen: Der Schwierigkeitsgrad ist zudem weitaus geringer als etwa bei Beethoven oder Mozart, so dass sich besonders experimentierfreudige Amateure an diese Musik wagen sollten." (Manuel Rösler in ensemble 6/2007, S. 59)
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"Sie umfasst inzwischen 29 Bände, existiert seit mittlerweile über 50 Jahren, wird von der Arbeitsgemeinschaft für Rheinische Musikgeschichte herausgegeben und widmet sich dem Schaffen älterer und weniger bekannter, dem rheinischen Lebenskreis zugehöriger Komponisten wie Johann Hugo Wilderer, Carl Leibl oder Norbert Burgmüller: die Reihe 'Denkmäler Rheinischer Musik'. In dieser Reihe sind als Band 28 die beiden Streichquartette op. 25 von Johann Wilhelm Wilms in einer kritisch-revidierten Neuausgabe erschienen. Bereits vor drei Jahren waren die 7. Sinfonie in c-Moll des 1772 im rheinisch-bergischen Witzleben [sic; recte: Witzhelden] geborenen Komponisten, Pianisten und Musiklehrers veröffentlicht worden, vor Kurzem auch dessen Werke für Klavier solo.
Die beiden Streichquartette in g-Moll und A-Dur sind in Wilms' Wahlheimat Amsterdam zusammen mit anderen Kompositionen wohl kurz nach der Jahrhundertwende entstanden und 1812 vom Verlag Kühnel in Leipzig publiziert worden. Wilms komponierte sonst vorwiegend für Klavier oder Flöte, und so stellt sich die Frage, warum er diese zwei und nur diese Werke für Streichquartett schuf. Zumal 'Belgien und die Niederlande', so der Herausgeber Christian Vitalis, nicht als 'Mekka für Streichquartettkomponisten gilt", denn trotz der Nachbarschaft zu französischer und deutscher Tradition gäbe es keine umfängliche Quartettproduktion. Vielleicht wollte Wilms sich einfach nur an diese 'Königsdisziplin' wagen, um 'seine Karriere als Komponist vorwärts' zu bringen.
In ihrer formalen Anlage sind sie traditionell viersätzig. Auch in der musikalischen Faktur hält sich Wilms an die klassischen Vorbilder eines Joseph Haydn (mit seiner motivisch durchbrochenen Arbeit) und Mozart, allerdings weniger an das Beethovens, dessen Quartette Wilms zu diesem Zeitpunkt kaum kennen konnte. Auch die Wahl der Tonarten erinnert an die Auseinandersetzung mit den Wiener Klassikern. Besonders das 'schmerzensreiche' g-Moll galt im 18. Jahrhundert bekanntlich als Herausforderung, woran sich die Komponisten wenigstens mit einem größeren Werk maßen. Wilms versuchte aber, sich aus dem Bann der Vorbilder zu lösen und mit den ihm zur Verfügung stehenden musikalischen Mitteln eine eigenständige, eher ariose, zeitweise sogar lyrische, noch vorsichtig romantisch anmutende, damals Mode werdende Tonsprache zu finden.
[...] Wenn auch in letzter Zeit einiges von Wilms' Werken erschienen ist, wird er vermutlich dennoch eine Randfigur bleiben. Deshalb mögen Ensembles, die auf der Suche nach neuer Literatur sind, beherzt zugreifen, denn sie erwartet ein Beispiel guter musikalischer Handwerkskunst frühromantischer Art." (Werner Bodendorff in Das Orchester 12/2007, S. 80)
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