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Dauer: ca. 22'
Die Art des poetischen Ausdrucks der Gedichte von Hilde Domin, ihre Bildersprache, die nie aufdringlich wird, entsprachen der Klangvorstellung, die ich für die Besetzung Sopran, Violine und Viola entwickelt hatte. Ihr Sprachgebrauch ist stets von einem klassischen Ebenmaß, auch wenn es um starke emotionale Inhalte geht.
Der erste Satz ("Ziehende Landschaft") bildet dabei das einheitlichste Stück, das durchgehend im 6/8-Takt schwingt. Im zweiten ("Rufe nicht") habe ich die zwei Themen Schweigen und Fortgehen mit starken Kontrasten hinsichtlich Tempo und Dynamik auskomponiert. Der dritte ("Wie wenig nütze ich bin") scheint streckenweise gleichsam auf der Stelle zu treten mit seinen vielfachen Repetitionen und Umspielungen des Tones d, hat aber von allen vier Sätzen das schnellste Grundtempo. Die Komplexität des vierten Gedichtes ("Bau mir ein Haus") spiegelt sich in der Anlage des Stückes wider, das intensiv mit wechselnden Tempi arbeitet, die sich immer wieder beschleunigen oder verlangsamen. Hier gibt es aleatorische Tonfelder ebenso wie eine solistische rezitativische Passage für die Sopranistin. Eine kurze Reminiszenz an den ersten Satz schließt den Zyklus ab.
Die Uraufführung war am 28. Februar 1999 im Palais Wittgenstein, Düsseldorf, im Rahmen der Konzertreihe "Das symphonische Palais". Sopranistin war Dorothee Wohlgemuth, sie wurde begleitet vom "Duo Intervall" mit Ekkehard Fucke, Violine, und Annette Fucke, Viola.
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"Laufer taucht die Gedichte Domins in eine
elegische Grundstimmung. Die beiden Instrumente
begleiten oder kommentieren die gesungenen Partien
teils mit Spieltechniken wie Pizziccati, Trillern
oder Tremoli, die in reizvollen Dialog mit
entsprechenden Textstellen treten." (Matthias
Corvin in: Rheinische Post vom 2.3.1999)
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