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Pressestimme:
"Die von Christian Vitalis in der Edition Dohr vorgelegten 'Drei einfachen Stücke' sind entgegen der Titelangabe keineswegs etwas für Klavieranfänger. Ihr Schwierigkeitsgrad bewegt sich in etwa in den Grenzen einer Haydn-Sonate - ihre Bewältigung erfordert pianistisches Stehvermögen und einen Sinn für musikalische Proportionen, der sich erst nach einigen Jahren stetiger Übung ausbildet. Das gilt besonders für den mit 332 Takten durchaus gewichtigen ersten Satz, ein Scherzo in F-Dur, das mit Seiten- und Nebenthema, chromatischen Eintrübungen und überraschenden Lichtwechseln beinahe Sonatencharakter trägt.
Ihm folgt ein traditionelles Andante, in dem noch die Chromatismen des ersten Satzes nachzittern. Ein Tanzlied, ein stilisierter Walzer, wie ihn ein böhmischer Chopin geschrieben hätte: handfest und erdverbunden, aber mit Sinn für Eleganz und Humor.
Letzterer wagt sich auch im dritten Satz keck aus seiner Deckung. Das abschließende Rondo-Allegretto in G-Dur könnte auch das Finale einer leichten Spieloper darstellen. Dem schmissigen Thema werden kontrastierende Episoden gegenübergestellt, die mit Lust und Spielwitz die imaginäre Handlung vorantreiben. Spätestens hier ist ein erfahrener Pianist gefragt, der fähig ist, die beinahe orchestralen Verläufe in beiden Händen plastisch nachzuvollziehen.
Obwohl als Sammlung von Einzelstücken deklariert, eignen sich die 'Trois Pièces' hervorragend, als zusammenhängender Zyklus gespielt zu werden. Mit ihrer Satzfolge schnell-langsam-schnell, dem ausladenden Kopfsatz und dem brillanten Rondo-Finale bilden sie eine 'Sonate', der zum vollkommenden Glück nur noch die Durchführung im Hauptsatz fehlt. Marschner gelingt es jedoch, diesen Makel durch Einfallsreichtum und Sinn für klangliche Effekte auszugleichen, die - ohne wirklich schwer zu sein - den Eindruck einer frühromantischen Virtuosen-Sonate erwecken. In diesem Sinne eignen sich die 'Trois Pièeces' zwar nicht zur Anfängerliteratur; als erstes großes Repertoirestück für Pianisten im zweiten oder dritten Lehrjahr dürften sie jedoch sehr gute Dienste verrichten." (Manuel Rösler, in: Piano News 6/2009, S. 87f.)
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Satzfolge
- Scherzo. Presto
- Andante con moto
- Allegretto
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