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"Nihil", "Vacat" , "Noli me tangere"
hießen auf manchen Orgeln die nur aus
optischenGründen angebrachten Scheinregister
(auf deutsch also: "Nichts", "Fehlt", "Rühr
mich nicht an").
Ferdinand Bruckmann hat den Titel zu seiner
Komposition zum einen Teil eher scherzhaft gemeint
(denn welcher Komponist würde schon abraten,
sein Werk zu spielen) , zum anderen ist aber "Noli"
die Abkürzung des Namens eines Bruckmann
befreundeten Kollegen: Norbert Linke, der ein
Meister solch versteckter Anspielungen und von
Wortspielen ist. Der Titel sollte - als Widmumg -
also heißen: Norbert Linke soll das
Stück spielen.
Die Sätze des Werkes sind zum Teil
"Nachrichten aus der Werkstatt eines Komponisten".
So wird zum Beispiel im ersten Satz
vorgeführt, wie - durch Hinzufügen von
immer mehr Tönen - ein zwölftöniger
Akkord entsteht (im letzten Satz entsprechend durch
Wegnehmen Schrumpfen des Akkords bis zu einem Ton).
Im zweiten Satz entstehen die Dissonanzen durch
Gegeneinanderführen von Terzen;
"Fließen" deutet den Charakter des 3. Satzes
an ebenso "Capriccio" die Laune des Vierten.
Insgesamt ist das Stück nicht allzu schwer
auszuführen, daher sogar für ehrgeizige
Pianisten machbar, die einmal einen "Ausflug" in
andere instrumentale Bereiche wagen wollen.
Das Werk ist auch als Bearbeitung mit dem Titel "5 Miniaturen" für Zupforchester (ISMN M-2020-0243-8) erschienen.
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