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Verlag Christoph Dohr Köln

aktualisiert
Dienstag, 10.10.2017 16:36

Komponistin

Maria Szymanowska

Maria Szymanowska
 

Vita

Maria Szymanowska, im Revolutionsjahr am 14. Dezember 1789 in Warschau geboren, gehört zu den Wegbereitern der Klaviermusik des um eine Generation jüngeren Frédéric Chopin (1810-1849). Heute, wo sich das musikgeschichtliche Interesse auf die Phasen zwischen den Großmeistern der Epochen richtet, gerät nach vielen Jahrzehnten des Vergessens auch eine komponierende Pianistin wie Maria Szymanowska, die als notwendige, vorbereitende Stufe des Chopinschen Klavier-Œuvres zu verstehen ist, in unser Blickfeld. Chopins Überhöhung der polnischen Nationaltänze in seinem Klavierwerk wird erst als Weiterentwicklung der von Marie Szymanowska geschaffenen kompositorischen Arbeiten besser begreifbar.

Maria Agata Szymanowska (geb. Wolowska) galt zu Lebzeiten als ausgezeichnete Pianistin: Sie studierte zunächst in Warschau bei Antoni Lisowski (1798-1800) und Tomasz Gremm (1800/04). Ergänzende Anregungen sowohl als Pianistin wie als Komponistin erhielt sie von Franciszek Lessel, einem Haydn-Schüler, Johann Nepomuk Hummel und in Moskau bei John Field. Ihre Kompositionen und ihr Klavierspiel wurden später auch immer wieder mit diesen Namen in Verbindung gebracht. Seit 1810 (nach anderen Quellen seit
1815) bereiste Maria Szymanowska als erste polnische Berufspianistin Europa. Ihre Konzertreisen führten sie von ihrer polnischen Heimat nach Österreich (Wien), Deutschland (u.a. Leipzig, Berlin, Hamburg), Frankreich, England, Belgien, Holland, Italien und Russland (St. Petersburg). Hier erhielt sie auch 1822 den Titel einer Ersten Hofpianistin des russischen Zarenhauses.

Als Pianistin genoss sie allerhöchstes Ansehen: Ihr Spiel zeichnete sich nach Berichten der Zeitgenossen durch technische Meisterschaft, präzise Aufführung, große dynamische Spannweite und kantable Linienführung aus.
Diese Qualitäten brachten sie mit den Größen der damaligen Zeit in Kontakt; bekannt wurde etwa ihr kurzes Liebesverhältnis mit Johann Wolfgang von Goethe: Goethe lernte sie auf einer seiner Badereisen in Karlsbad kennen und verehren. Das Gedicht "Aussöhnung", das mit dem bekannten Ausruf "Die Leidenschaft bringt Leiden" beginnt, schrieb Goethe für Maria Szymanowska.

Maria Szymanowska komponierte mehrere Lieder und einige wenige kammermusikalische Werke. Die größte Bedeutung in ihrem insgesamt über einhundert Stücke umfassenden kompositorischen Schaffen kommt aber dem Œuvre für Klavier und hier wiederum den Klavierminiaturen zu. Diese weisen noch häufig eine "klassisch" anmutende Geradlinigkeit in der Diktion auf und belegen die Entwicklung der polnischen Tänze von schlichten, urtümlichen Volkstänzen hin zur nicht mehr tanzbaren Kunstmusik. Die Klangsprache Szymanowskas zeigt sich hier auf einer Vorstufe zur hohen Romantik der Klavierwerke Chopins. Seit 1828 wohnte Maria Szymanowska ständig in St. Petersburg, wo sie unterrichtete. Hier starb sie am 25. Juli 1831 im Alter von nicht einmal 42 Jahren.

 

 


CDs

Cover

Klavierwerke

24 Mazurkas; Contradance A-Dur; Mazurek C-Dur; Quatre Valses à trois Mains

(Ersteinspielungen / First recordings)

Paule van Parys und
Wilhelm Kemper (Secondo), Konzertflügel Steinway & Sons Mod. C

DCD 002 - (P) 1999
EURO 19,80


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