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Luigi Orselli gehörte zu den bekannten italienischen Virtuosen seiner Zeit und wurde 1849 erster Fagottist des Teatro Regio in Parma, einem der ersten italienischen Opernhäuser. Für sein Instrument verfaßte er Schulwerke und eine Reihe von Opernbearbeitungen.
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- Divertimento sopra "Il Trovatore" di Verdi (1855)
für Fagott und Klavier, hrsg. von Sebastian Werr
ISMN M-2020-0763-1
EURO 9,80
Bearbeitungen erfüllten im 19. Jahrhundert, in dem es ja noch keine Schallplatte gab, wichtige Funktionen: Klavierarrangements zu zwei oder vier Händen erlaubten es dem Musikfreund, in einer den moderaten Spielmöglichkeiten angepaßten Form, die Stücke kennenzulernen oder die Erinnerung an ein Opern- oder Konzerterlebnis zu Hause aufzufrischen. Spieltechnische Virtuosität steht hingegen ganz im Vordergrund der Fantasien, Paraphrasen etc., die die großen Instrumentalsolisten des 19. Jahrhunderts wie Franz Liszt für ihren eigenen Gebrauch verfaßten. Besondere Bedeutung hatten diese Bearbeitungen in Italien, wo die Instrumentalmusik völlig im Schatten des Musiktheaters stand. Wenn Instrumentalvirtuosen auftraten, was meist im Theater in den Opernpausen geschah, griffen sie fast immer auf derartige Stücke zurück. Das Publikumsinteresse war hier ganz auf Oper fixiert, so daß auch bei rein instrumentalen Darbietungen der motivische Bezug zu einem bekannten Bühnenwerk erwartet wurde.
Giuseppe Verdis Il trovatore wurde nach seiner spektakulär erfolgreichen Uraufführung 1853 in römischen Teatro Apollo bereits in den ersten zwei Jahren von mehr als zweihundert Opernhäusern nachgespielt. In diesen Jahren entstand eine Fülle von Bearbeitungen, darunter das vorliegende, um 1855 entstandene Divertimento. Die Nachzeichnung des Bühnenablaufs des Trovatore steht hier nicht im Vordergrund, sondern lyrische Melodien aus der Oper, den gesanglichen Fähigkeiten des Fagotts entsprechend gewählt, werden mit virtuosen Variationspassagen kontrastiert. Orselli greift nur auf die Introduzione der Oper, das Duett Leonora-Conte di Luna (4. Akt) sowie die Duette Azucena-Manrico (2. und 4. Akt) zurück, berücksichtigt also einige der bekanntesten Nummern nicht.
© Sebastian Werr / edition dohr köln
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