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Komponist

Werke in der Edition Dohr

Engelbert Humperdinck

Engelbert Humperdinck

Engelbert Humperdinck wurde am 1. September 1854 in Siegburg (Rheinland) geboren. Zu seinen Lehrern am Konservatrium in Köln, wo er von 1872 bis 1876 studierte, gehörten Ferdinand Hiller und Friedrich Gernsheim; ferner bekam er in München bei Joseph Gabriel Rheinberger Unterricht im Kontrapunkt. Hier war er auch Privatschüler Franz Lachners. Die zyklische Auführung von Richard Wagners Ring des Nibelungen in München hinterließ tiefen Eindruck; auf einer Italienreise traf er den Komponisten in Neapel. In den Jahren 1881 und 1882 war Humperdinck dann auf ein Angebot Richard Wagners als dessen Assistent in Bayreuth tätig. In den folgenden Jahren bekleidete er Lehrämter an den Konservatorien in Barcelona (1885), und Köln (1887) sowie am Hochschen Konservatorium in Frankfurt am Main (1890 bis 1897). Von 1900 bis 1920 war er an der Akademie der Künste in Berlin Professor für Komposition. 1910 verlieh die Universität Berlin Humperdinck die Ehrendoktorwürde; als Nachfolger von Max Bruch übernahm er 1911 die Theorie- und Kompositionsklassen der Musikhochschule Berlin. Neben seiner Lehr- und Kompositionstätigkeit war Humperdinck auch als im Verlagswesen (bei Schott) und als Kritiker (u.a. für die Bonner Zeitung, das Mainzer Tageblatt und die Frankurter Zeitung) tätig. Er starb am 27. September 1921 in Neustrelitz (Mecklenburg).

Mit Abstand das bekannteste Werk Humperdincks ist seine Märchenoper Hänsel und Gretel, die dem Komponisten 1893 nicht nur Bekanntheit, sondern auch finanzielle Unabhängigkeit bescherte. Bis heute ist das Werk in der Weihnachtszeit immer wieder auf den Bühnen zu finden. In der Lösung der Wagner-Nachfolge von ihrem oft nur epigonenhaft kopierten Vorbild spielt die Oper jedoch auch in ästhetisch-theoretischer Sicht als neuer Ansatz eine entscheidende Rolle. In Zusammenarbeit mit Max Reinhardt entstanden in Berlin vier Bühnenmusiken zu Dramen Shakespeares (1905-1907). Auch Humperdincks zweite seinerzeit erfolgreiche Oper, Die Königskinder (1910), nimmt als geglückter Versuch eines abendfüllenden Melodrams eine wichtige Rolle in der Geschichte der Oper ein; Humperdinck entwicklete eigens hierfür eine spezielle Notation für den melodramatischen Sprechgesang, die sich rasch durchsetzte. Auf den Bühnen die Königskinder heutzutage jedoch keine herausragende Rolle mehr, so wie das sonstige Schaffen Humperdincks - darunter neben zahlreichen weiteren Bühnenwerken in erster Linie Vokalmusik -, das es schon zu Lebzeiten schwer hatte, gegen Hänsel und Gretel anzukommen, ausnahmslos in Vergessenheit geraten ist.

Im Bereich des schriftstellerischen und theoretischen Schaffens Humperdincks gibt es auch heute noch Forschungsbedarf. Viele Schriften, darunter Teile seiner Briefe und Tagebucheinträge, liegen mittlerweile veröffentlicht vor; insbesondere der "umfangreiche Briefnachlaß gibt einen [...] lebendigen Eindruck in die Kontakte eines vielbeschäftigten Musikers der Jahrhundertwende". (Christoph Hust: Engelbert Humperdinck. In: Ludwig Finscher [Hg.]: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite, neubearbeitete Ausgabe. Personenteil, Bd. 9. Kassel u.a. 2003, Sp. 514-526, hier: Sp. 524)

Texte zu und von Engelbert Humperdinck in den Beiträgen zur rheinischen Musikgeschichte.

  • Dietrich Kämper: Engelbert Humperdincks Beziehungen zum Kölner Musikleben der Jahre 1872-1900. Neue Dokumente zur Biographie. In: Ursula Eckart-Bäcker: Studien zur Musikgeschichte des Rheinlandes (III). FS Heinrich Hüschen zum 50. Geburtstag. Köln: Arno Volk 1965. (BRM 62)
    EURO 18,--
  • Hans-Josef Irmen: Engelbert Humperdinck als Kompositionsschüler Josef Rheinbergers.
    I. Teil. Köln: Arno Volk 1974. XIII/154 S. (BRM 104/I)
    EURO 20,--
  • Hans-Josef Irmen: Engelbert Humperdinck als Kompositionsschüler Josef Rheinbergers.
    II. Teil. Köln: Arno Volk 1974. V/150 S. (BRM 104/II)
    EURO 20,--
  • Eberhard Thamm: Stilkritische Bemerkungen zum Schaffen Engelbert Humperdincks. In: Studien zur Musik in Siegburg, hrsg. v. Norbert Jers. Köln: Arno Volk 1974. 102 S. (BRM 105)
    EURO 15,--
  • Briefe und Tagebücher. I. Band (1863-1880), hrsg. v. Hans-Josef Irmen. Köln: Arno Volk 1975.
    145 S. (BRM 106)
    EURO 18,--
  • Briefe und Tagebücher. II. Band (1881-1883), hrsg. v. Hans-Josef Irmen. Köln: Arno Volk 1976.
    140 S. (BRM 114)
    EURO 20,--
  • Hans-Josef Irmen: Engelbert Humperdinck und sein transzendental-ästhetisches System der Plastik. In: Ars Musica – Musica Scientia. Festschrift Heinrich Hüschen zum 65. Geburtstag hrsg. von Detlev Altenburg, Köln: Verlag der Rheinischen Musikgeschichte 1980. 473 S. (BRM 126)
    EURO 120,--
  • Instrumentationslehre, hrsg. v. Hans-Josef Irmen. Köln: Verlag der Arbeitsgemeinschaft für rheinische Musikgeschichte 1981. 145 S. (BRM 128)
    EURO 20,--
aktualisiert Dienstag, 8. Februar 2011
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