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Der Organist Adolph Friedrich Hesse (1809-1863), geboren in Breslau, musste über seine Lehrer zwangsläufig mit Johann Sebastian Bach in Berührung kommen: In Breslau war Hesse Schüler von Friedrich Wilhelm Berner, an dessen Institut für Kirchenmusik die Bach-Pflege groß geschrieben wurde, und später lernte er in Darmstadt bei Johann Christian Heinrich Rinck, dem "rheinischen Bach". So verwundert es nicht, dass Hesse bald den Titel "der schlesische Bach" führte. Große Bedeutung erlangte Hesse in seiner Rolle als reisender Orgelvirtuose; er erregte in den Musikzentren Deutschlands, Frankreichs und Englands insbesondere durch seine immer wieder hervorgehobene hochvirtuose Pedalbehandlung Aufsehen. In seinem Repertoire herrschten Werke von Bach und Eigenkompositionen vor; insbesondere in Frankreich hat Hesse großen Anteil am dort aufkeimenden Interesse am Oeuvre Johann Sebastian Bachs. Trotz seiner Reisetätigkeit blieb Hesse seiner Geburtsstadt stets verbunden; von 1831 an war er Oberorganist an der Breslauer Kirche St. Bernhardin ein Amt, das bis er zu seinem Tode bekleidete. In Breslau leitete Hesse ferner Sinfoniekonzerte; in seinem Schaffen, das auch im Bereich der kirchlichen Orgelmusik die Zugehörigkeit zur Romantik nicht verleugnet, finden sich auch sechs Sinfonien, Kammermusik und das Oratorium Tobias. Hesse hatte zudem zahlreiche Schüler, von denen Nicolas-Jacques Lemmens als der bekannteste gilt. Die enge Freundschaft mit einer Größe des Musiklebens wie Louis Spohr dokumentiert ein umfangreicher Briefwechsel.
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Noten
- Zwei Fugen nebst Einleitung op. 39 für Orgel, hg. von Christian Vitalis
ISMN M-2020-2276-4
EURO 7,80
- Fuge nebst Einleitung Es-Dur op. 39 Nr. 1, für Bläserquintett eingerichtet von Christian Vitalis. Partitur und Stimmen
ISMN M-2020-2379-2
EURO 12,80
Literatur
- Cordelia Miller: Virtuosität und Kirchlichkeit. Deutsches Orgelkonzertwesen im 19. Jahrhundert (= musicolonia, Bd. 7). 412 S., Notenbeispiele, Organistenverzeichnis, Register, Hardcover
ISBN 978-3-936655-68-1
EURO 39,80
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