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Detlef Gojowy, geb. am 7. Oktober 1934 in Freital bei Dresden, absolvierte in Dresden die Kreuzschule als Humanistisches Gymnasium, studierte in Ost-, dann in Westberlin Germanistik und Musik an der Musikhochschule Berlin-Charlottenburg, promovierte in Göttingen 1966 bei Heinrich Husmann in Musikwissenschaft über "Moderne Musik in der Sowjetunion bis 1930" mit den Nebenfächern Slawistik und Germanistik. Nach Tätigkeiten im Schuldienst und als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bach-Institut Göttingen und beim Deutschen Musikrat freier Autor, dann Rundfunkredakteur für Neue Musik bei Radio Bremen (1976-1978) und am WDR (1978-1997). Detlef Gojowy starb nach langer, schwerer Krankheit am 12. Oktober 2008 in Remagen.
Schwerpunkt wissenschaftlicher Arbeit war neben Quellenforschungen zu Johann Sebastian Bach die zeitgenössische Musik in Osteuropa und die frühe Avantgarde. Vortragsreisen und Studienaufenthalte in Russland, Brasilien, den U.S.A., Jugoslawien, Frankreich und Ukraine. Planung und Mitplanung von Kongressen in Heidelberg, Dresden, Saarbrücken, Jena, Lovran und Berlin, Planung von Konzerten zur Ausstellung "Paris-Moscou" 1979, Gestaltung des Musikteils der Ausstellung "Europa-Europa" der Bundeskunsthalle Bonn 1994. Korrspondierendes Mitglied im J. G. Herder-Forschungsrat, der Accademia Filarmonica di Bologna, des Arbeitskreises "Glossarium des XX. Jh." der Universität Zagreb, und des Pegnesischen Blumenordens Nürnberg 1644, zeitweise Europabeauftragter des Freien Deutschen Autorenverbandes, und Ehrenpräsident.
Buchveröffentlichungen waren "Neue sowjetische Musik der 20erJahre" (Laaber: Laaber 1980, russische Ausgabe durch Natalja Vlasova: Moskau: Muzyka 2005), die rowohlt-monographie No. 320 über Dimitri Schostakowitsch (Übersetzungen ins Niederländische, Französische und Chinesische), "Alexander Glasunow" in Anknüpfung an Herbert Günther (München: List 1986), "Arthur Lourié und der russische Futurismus" (Laaber: Laaber 1993), "Augustyn Bloch, ein Komponistenleben in Polen" (als Hrsg., Köln: Bela 1999), "Leoš Janáček in Zeugnissen und Erinnerungen" (Chemitz: Schröder 2001) und "Myriam Marbe, Neue Musik in Rumänien" (Köln: Böhlau 2007).
Zeitkritische Essayistik und Belletristik; "Die versunkene Straßenbahn" (Dresdner Verlag 2000), "Hildesheim oder die Grenzen des Optimismus" (Berlin: Amadis 2000), "Ich kann den Blick nicht von euch wenden" (Dresdner Verlag 2001), "Das Leibeigenentheater von Ostankino" (Simmern: Pandion 2002), "Zum Glück in Europa" (Dresdner Verlag 2004).
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Detlef Gojowy zählt zu den führenden deutschsprachigen Entdeckern und Kennern osteuropäischer, vor allem russischer Komponistinnen und Komponisten.
Gojowys Autobiographie nimmt den vorderen Teil des Buches ein: Durch viele Publikationen auch als Essayist und Belletrist bekannt, schildert Gojowy ein halbes Jahrhundert europäischer Musikgeschichte, gekonnt zwischen der subjektiven Perspektive des Erzählers und objektiver Fakten-Wahrheit wechselnd.
Der umfangreiche zweite Teil dokumentiert durch den Wiederabdruck einer großen Zahl von zeitlos gültigen Aufsätzen ein spannendes Segment der Rezeptionsgeschichte zeitgenössischer Musik im 20. Jahrhundert.
Das reich illustrierte Buch wird durch ein ausführliches Register abgerundet. "Musikstunden" ist die Quintessenz des ereignisreichen Lebens des Musikwissenschaftlers, -forschers, -redakteurs Detlef Gojowy.
- Ferruccio Busoni als Inspirator der Neuen Musik, in: Aspetti musicali. Musikhistorische Dimensionen Italiens 1600 bis 2000. Festschrift für Dietrich Kämper zum 65. Geburtstag, hrsg. von Norbert Bolin, Christoph von Blumröder und Imke Misch.
ISBN 978-3-925366-83-3
EURO 49,80
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